Kommentar zu Hoyzer |
16.12.2006
Kommentar zu Hoyzer
Ulm (ots) - Dass die Staatsanwaltschaft einen Freispruch beantragt, ist die Ausnahme. Dass das Gericht den Angeklagten dennoch verurteilt, kommt noch seltener vor. Die Entscheidung des Bundesgerichtshofs (BGH), den einstigen Fuball-Schiedsrichter Robert Hoyzer hinter Gitter zu schicken, ist deshalb ein deutliches Signal. Ein Signal, dass sich das Millionengeschft, zu dem der Sport geworden ist, innerhalb der Rechtsordnung abspielt. Und dass es keinen Spielraum gibt fr Leute, die Buchmacher abzocken und das allenfalls als Kavaliersdelikt betrachten. Wer Wetten manipuliert, ist ein Betrger und wer gegen Bares Spiele verpfeift, dessen Helfer. Ein Straftter und kein kleiner Gauner, dessen Gerissenheit mancher klammheimlich bewundert. Diese Sicht der Dinge ist populr, gerade in einer Zeit, in der viele nach neuer Hrte des Gesetzes verlangen. Dem BGH drfte deshalb Beifall sicher sein. Der Strae gebeugt haben sich die Richter dennoch nicht. Sie haben abseits dogmatischer Klimmzge um die juristischen Details des Beihilfetatbestandes klargestellt, dass die Schonfrist fr Schiebereien im Sport vorbei ist. Knftige Doping-Urteile knnten in dieselbe Richtung weisen. Fairness auf dem Platz lsst sich nur bedingt erzwingen. Aber jenen, die den Sport nur als Geschft verstehen und dafr Ergebnisse manipulieren, muss sptestens jetzt klar sein: Die Justiz zeigt ihnen dafr die Rote Karte.
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