Werders Sieg gegen Bayern - Triumph in drei Phasen |
22.10.2006
Werders Sieg gegen Bayern - Triumph in drei Phasen
Bremen (ots) - In 93 Lndern saen Fuball-Fans vor den TV-Bildschirmen, im ausverkauften Weser-Stadion haben 42.100 Zuschauer mit groer Vorfreude auf den Anpfiff des Spitzenspiels zwischen Werder Bremen und gewartet. Als er dann endlich ertnte, bekamen alle Beobachter gleich die entscheidenden Momente des Spiels zu sehen, "Phase 1", den Blitzstart der Grn-Weien. "Wir waren sofort drin in diesem Spiel, wir haben kombiniert, den Abschluss gesucht, zielgerichtet nach vorn gespielt, wir haben die Bayern von Beginn an richtig gefordert", schwrmte Cheftrainer Thomas Schaaf von der Anfangsphase seiner Mannschaft. Kollege Felix Magath musste dieser Einschtzung sogar zustimmen. "Den Sieg hat sich Werder in den ersten 20 Minuten verdient. Da hatten wir zu wenig entgegenzusetzen, wir waren zu passiv. Die zwei Tore waren deshalb nur logisch und verdient." Realistisch uerte sich auch Bayern-Profi Phillip Lahm: "Wir waren einfach nicht auf dem Platz in den ersten 20 Minuten. Da liegt man dann eben schnell mal 0:2 hinten. Bremen hat uns eiskalt bestraft." Per Mertesacker: "Wir haben von Anfang an deutlich gemacht, den Erfolg zu wollen. Wir wollten etwas ganz Besonderes starten. Wir sind super reingekommen und hatten das Glck, frh die Tore zu machen. Die Zuschauer haben das natrlich honoriert." Mit zwei spektakulren Treffern haben sich die Bremer in dieser Phase fr ihren Blitzstart belohnt. Diego hmmerte den Ball zum ersten Treffer unter die Latte und veredelte damit einen tollen Steilpass von Frings und seine eigene raffinierte Ballmitnahme. Hinterher blieb er jedoch bescheiden: "Ich freue mich ber eine sehr geschlossene Mannschaftsleistung. Wir waren alle unglaublich stark, haben unsere Chancen sehr gut genutzt. Dass ich zu diesem Erfolg ein Tor beitragen konnte, war um so schner." Pierre Wome schloss sich mit seiner Zurckhaltung trotz seines ersten Werder-Treffers an: "Es geht nicht um mich oder Diego, die Mannschaft hat gewonnen, man sollte niemanden hervorheben. Es ist immer eine Ehre, ein Tor fr diese Mannschaft zu machen." Doch nach dem zweiten Treffer kamen die Bayern besser ins Spiel. "Phase 2" begann: Werder kmpfte fr den Erfolg. "Es war klar, dass die Mnchner dann mit mehr Risiko spielen wrden und greren Druck erzeugen knnen", zeigte sich Klaus Allofs ber den Spielverlauf nicht berrascht. Bayern-Trainer Felix Magath schpfte indessen Hoffung: "Nach dem 2:0 war die Partie vllig offen. Wir kamen besser rein und hatten gute Chancen." Doch Werder hielt bis auf einen Gegentreffer der Druckphase der Bayern stand. "Wir haben uns vom Theater der Bayern, von ihrem stndigen Provozieren, nicht anstecken lassen und unseren Stiefel runtergespielt. Das ist ganz wichtig, um nicht aus dem Rhythmus zu kommen", merkte Torsten Frings an, der sich dennoch ber den Gegentreffer rgerte. "Wir kannten jede ihrer Freisto-Varianten genau. Und dennoch lassen wir so etwas zu. Aber das kann passieren." Per Mertesacker rumte ein: "Das Gegentor war unser eigener Fehler, aber trotzdem haben wir danach nicht den Faden verloren." Ganz im Gegenteil, der Kampf gegen den Ausgleichstreffer wurde mit der erneuten Zwei-Tore-Fhrung belohnt. Mit dem Eigentor von Lucio, der eine Flanke von Pierre Wome ins eigene Tor lenkte, begann "Phase 3" der Partie: Werder schaukelte die Partie nach Hause. Bayern-Coach Felix Magath dazu: "Die Partie war mit dem Eigentor entschieden. Anschlieend kam Werder nicht mehr in Gefahr." Auf den Punkt brachte es der Ex-Bremer Valerien Ismael, der noch durch die Folgen seines Schien- und Wadenbeinbruchs ausfiel, und die Partie fr das franzsische Fernsehen kommentierte. "Nach dem dritten Tor hatten wir keinen Kopf und keine Beine mehr. Bremen hat insgesamt eine berragende Leistung gezeigt, das 3:1 ist verdient." Die Leistung seiner Bayern war fr ihn etwas unverstndlich. "Vale" ratlos: "Wir wussten doch, was hier los ist. Selbst Barcelona hat das doch gemerkt." Die Bremer Profis berichteten gern ber die triumphale Schlussphase, in der das Publikum oft laut jeden Ballkontakt mitzhlte. Per Mertesacker: "Das 3:1 hat uns Sicherheit gegeben. Ich hatte nie das Gefhl, dass die Bayern uns noch gefhrlich werden knnten. Es war eine ganz besondere Athmosphre, die man aber auch schon vor dem Spiel spren konnte." Diego grinste: "Super, dass wir in dieser Art und Weise gegen die Bayern gewonnen haben und dann auch noch so deutlich." Geschftsfhrer Klaus Allofs lobte: "Wir haben den Ball laufen lassen, sind ruhig geblieben und haben dominant gespielt. Wir mssen nicht darber diskutieren, wer den schneren, aber heute auch erfolgreicheren Fuball gespielt hat. Fr mich gehrt beides zusammen: Wir waren die Mannschaft, die von Anfang an nach vorn gespielt hat und den Leuten etwas anbieten wollte." Torsten Frings ergnzte: "Wir hatten die Partie immer im Griff und haben verdient gewonnen." Ergebnisse vom 8. Spieltag:
20.10. 20:30 Bor. Dortmund 1:1 VfL Bochum
Per Mertesacker
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