15.10.2006
Sechs Werder-Tore, aber nicht alles "eitel Sonnenschein"
Bremen (ots) - Am Ende klappte einfach alles. Der Werder-Fußball
machte so viel Spaß, dass sich Clemens Fritz trotz einer 4:0-Führung
in der 88. Minute selbst noch zu einem Sprint überredete.
"Ich stand
da so an der Außenlinie und sah zu wie Diego den Ball führte, da
dachte ich mir, dass ich jetzt auch noch mal mit aufrücken könnte.
Als er dann den Ball zu mir passte, wollte ich den Ball genau da oben
unter die Latte setzen und da war er auch schon drin. Das war
perfekte Zusammenarbeit."
So einfach sich die Beschreibung des fünften Tores anhört, so
einfach fiel es den Werderanern am Samstagnachmittag lange Zeit
nicht, ihre optische Überlegenheit in Tore zu verwandeln. Die magere
1:0-Pausenführung war fast schon etwas enttäuschend. Klaus Allofs
bestätigte die Gemütslage in der Halbzeitpause: Naldo setzte dem
Spiel in der 90. Minute mit seinem 1. Saisontor die Krone auf."Trotz
des Ergebnises war heute nicht alles eitel Sonnenschein. Wir müssen
dieses Spiel viel früher entscheiden. Das frühe Tor hat uns zuviel
Sicherheit gegeben." Torsten Frings dazu: "Da haben wir gemerkt, dass
es zu einfach geht und zu viele unserer Angriffe nur verpuffen
lassen."
Die Ansprache des Trainers in der Pause brachte jedoch die Wende.
"Er hat uns aufgefordert wieder die einfachen Bälle zu spielen", so
Frings, der den Treffer zum 2:0, als Knackpunkt im Spiel ausmachte.
"Danach konnten wir eigentlich machen, was wir wollten." Auch Klaus
Allofs war danach sehr zufrieden. "In der zweiten Halbzeit haben wir
unsere totale Überlegenheit in Tore umgesetzt. Wir haben alle Dinge
gezeigt, die man braucht, um gut Fußball zu spielen. Wir waren stark
in den Zweikämpfen, haben Einsatz und Kreativität gezeigt."
Richtig genossen hat die abschließende
"Vier-Tore-in-14-Minuten-Gala" Christian Schulz. Der Werder-Profi,
der erneut im Mittelfeld zum Einsatz kam, sagte euphorisch: "Wir
haben es dann richtig schön runtergespielt. Das hat jedem von uns
Spaß gemacht, aber bestimmt auch jedem in Deutschland, der das Spiel
gesehen hat, sofern er kein Bochum-Fan war."
Viel Applaus von den Rängen des Rewirpower-Stadion, gab es dennoch
für die Grün-Weißen. Einerseits konnten spätestens in der
Schlussphase einige VfL-Fans dem Spektakel-Fußball der Bremer nicht
entziehen, andererseits konnte Werder wieder einmal auf die
Unterstützung seiner mitgereisten Fans zählen, die sich weit über den
Gästeblock hinaus im Stadion breit gemacht hatten. Klaus Allofs war
begeistert: "Ich weiß gar nicht, wo die alle ihre Karten herbekommen.
Trotz Herbert Grönemeyers Besuch machte der VfL dieses Mal seinen
Gegner nicht nass.Wir haben nicht nur viele Fans, sondern offenbar
auch besonders erfindungsreiche dazu." Allofs weiter: "Jeder, der
heute aus dem Stadion nach Hause fährt, kann sich sagen, dass er
einen wichtigen Beitrag geleistet hat. Denn diese großartige
Unterstützung trägt die Mannschaft." Außerdem sieht Allofs die
Anhänger auch durch das Ergebnis belohnt. "Die Statistik hat schon
vor dem Spiel gezeigt, dass Bochum ein gutes Pflaster für uns ist,
aber an einen 6:0-Auswärtssieg kann ich mich jetzt nicht so schnell
zurückerinnern. Das ist sicher ein besonderes Ergebnis."
von Michael Rudolph und Enrico Bach
Clemens Fritz
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