09.10.2006
Tickethändler im Visier des 1. FSV Mainz 05
Es ist eine gewerblich betriebene Unsitte, manchmal aber auch nur ein Fehltritt aus
Unwissenheit: der Schwarzhandel mit Eintrittskarten im Internet.
Der 1. FSV Mainz 05 und seine Fans sind aufgrund des sehr kleinen zur Verfügung stehenden
Ticketkontingents bei den Heimspielen im Bruchwegstadion bei anhaltend großer Nachfrage
bevorzugte Opfer des „nicht lizenzierten“ Tickethandels. Der 1. FSV Mainz 05 macht daher
Jagd auf die Tickethändler, die Eintrittskarten teilweise weit über ihrem eigentlichen Preis
im Internet zum Kauf oder zur Versteigerung anbieten.
„Durch die geringe Stadionkapazität hat sich mit unserem Aufstieg in die Bundesliga im
Internet ein neuer Kartenmarkt entwickelt, den wir mit Sorge betrachten“, sagt
05-Geschäftsführer Michael Kammerer. „Der Internet-Handel stellt keinen strafrechtlich
relevanten Sachverhalt dar, er betrifft aber gewerberechtliche und steuerrechtliche Belange.
Der Internet-Handel ist zudem ein klarer Verstoß gegen unsere Stadionordnung und die
Allgemeinen Ticket-Geschäftsbedingungen, die den Handel mit unseren Eintrittskarten verbieten.
Wir kämpfen dafür, dass unsere Fans, die gerade bei den interessanten Spielen oft vergebens
lange für Tickets anstehen müssen, unsere Eintrittskarten zu den regulären Preisen erhalten
können und gehen deshalb gegen die Tickethändler vor.“
Da es sich bei den im Internet angebotenen Karten fast ausschließlich um Tickets von
Dauerkarteninhabern und Mitgliedern von Mainz 05 handelt, die sich über ihr Vorkaufsrecht
eines der begehrten 2.500 Tagestickets gesichert haben, sind die Namen der Anbieter schnell
ausfindig gemacht. Bis zu 150 Tickethändler spürt der Verein im Verlauf einer Saison auf.
„Wir erwischen einerseits gewerbliche Tickethändler, die sich an der Liebe der Fans zu
ihrem Klub bereichern und die häufig bei anderen Bundesligaklubs schon einschlägig bekannt
sind. Da arbeiten die Klubs mit wenigen Ausnahmen sehr gut zusammen und tauschen Informationen
aus“, sagt Kammerer. „Andererseits erwischen wir auch Fans, die nur ausnahmsweise ein Ticket
anbieten, und die dann aus allen Wolken fallen, wenn wir ihnen die Konsequenzen ihres Handelns
veranschaulichen.“
Dauerkarteninhaber werden in diesen Fällen gesperrt und verlieren ihr Anrecht auf eine
Jahreskarte für die kommende Saison. Mitglieder verlieren automatisch ihr Vorkaufsrecht
für Eintrittskarten zu den Spielen von Mainz 05 und, falls sie eine besitzen, auch ihr
Vorkaufsrecht für die Dauerkarte. „Im Einzelfall sind diese Strafen natürlich sehr hart,
aber und nur in ganz seltenen Ausnahmefällen reagieren wir kulant auf die Argumentation
derer, die aus Unwissenheit gehandelt haben“, sagt Kammerer. „Wir gehen ansonsten
kompromisslos vor, weil es uns vor allem darum geht, unsere Fans vor überteuerten Preisen
zu schützen. Die Dreistigkeit, mit der Geschäftemacher uns dabei belügen und betrügen, gibt
uns Recht.“
Der 1. FSV Mainz 05 ruft seine Fans daher auf, den Verlockungen des Internet-Tickethandels
nicht zu folgen, gerade im Hinblick auf die noch in diesem Jahr anstehenden attraktiven
Heimspiele beispielsweise gegen Werder Bremen oder Bayern München. Wer eine erworbene Karte
nicht nutzen kann, der findet in der Kartentauschbörse im Forum auf der offiziellen
Internetseite des Vereins unter www.mainz05.de eine Plattform zum Kartentausch
(Anfragen zum Thema an die Mailadresse info@mainz05.de). Im Forum ist es auch möglich
Tageskarten zum Originalpreis weiter zu verkaufen – ohne Gefahr vom Verein gejagt zu
werden und mit gutem Gewissen gegenüber jenen Fans, die vergebens auf eine Eintrittskarte
gehofft haben.
Quelle: FSV Mainz 05
FSV Mainz 05
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