16.05.2006
Rheinische Post: Klinsmanns Coup
Düsseldorf (ots) - Von Martin Beils
Sven-Göran Eriksson nominierte kürzlich den 17-jährigen Theo
Walcott für die WM, obwohl der noch nie in der höchsten Spielklasse
zum Einsatz kam. Das war ein Ding. Ganz so toll wie der Kollege in
englischen Diensten trieb es Jürgen Klinsmann nicht, auch wenn ihm
genau so eine Überraschung zuzutrauen wäre.
Doch immerhin gelang es
auch dem Kalifornien-Schwaben gestern wieder einmal, die Fachwelt zu
erstaunen. Wer hatte David Odonkor auf dem Zettel? Und wer glaubte
noch an Mike Hankes Chance? War doch eigentlich alles klar mit dem
WM-Kader.
Es scheint, als gehöre es zur Strategie der Klinsmann-Administration,
dass sie regelmäßig einen Wachmacher einstreut und damit demonstrativ
das Heft des Handelns übernimmt. Immer wenn es ruhig zu werden
scheint, haut "Klinsi" wieder einen raus.
Zu Beginn seiner Amtszeit,
als er den Titel als Ziel ausgab. Mit der Ernennung Michael Ballacks
zum Kapitän. Mit der Treue zu Chelseas Ersatzspieler Robert Huth. Mit
der Entscheidung für Torhüter Jens Lehmann und gegen Oliver Kahn.
Klinsmann ist unberechenbar. Muntere Wochen kündigen sich deshalb an.
An Überraschungen wird es vor und während der WM nicht mangeln. Nur
zu!
David Odonkor
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