05.04.2006
Sport-finden Kommentar: Kahn / Lehmann
Seit dem Amtsantritt von Jürgen Klinsmann hat sich einiges in der Nationalmannschaft verändert.
Positiv blieb der Confed-Cup in Erinnerung. Doch leider gab es auch viele negative Dinge. Aktuell
beschäftigt die Fans das leidige Torwartthema. Sport finden.de fühlt sich nun dem deutschen Fußball
gegenüber verpflichtet, auch zu diesem Thema subjektiv Stellung zu beziehen.
Lieber Herr Klinsmann,
Sie sind als Bundestrainer seinerzeit angefangen und haben vielen Deutschen
große Hoffnungen gegeben. Sie selbst nahmen sogar das Wort "Weltmeister" in den Mund. Großes Selbstvertrauen
ist sicherlich sehr ehrbar. Wenn es dann aber irgendwann zur Selbstüberschätzung wird, dann sollte man
mal in den Spiegel schauen und wieder auf den Boden der Tatsachen zurückkommen.
Doch selbst die Italiener schafften es nicht, Sie auf diesen zurückzubringen. Und (leider) bekamen
sie ja auch immer wieder die nötige Rückendeckung. Leider konnten Sie immer wieder den
Kopf aus der Schlinge ziehen, um es mal bildlich zu formulieren.
Andere Köpfe haben Sie reichlich während Ihrer Amtszeit rollen lassen. Zu nennen wären da
Sepp Meier oder auch Christian Wörns. Sie provozieren so lange, bis den Personen der Kragen platzt und
sie dann einen Grund finden, sich der Kritiker zu entledigen.
Wenn man einen klaren Weg und klare Vorstellungen hat, ist das ja grundsätzlich nicht verkehrt.
Doch sollte man auch immer die Meinung von außen annehmen. Das scheint Ihnen jedoch fremd.
Ihr neuestes Opfer wird wohl ein langverdienter Nationalspieler sein, der viel für den
deutschen Fußball geleistet hat. Die Rede ist von Oliver Kahn. Sollten Sie ihn nicht zur
Nummer eins der deutschen Nationalmannschaft machen, wäre das der blanke Hohn.
Der Mann hat über die gesamte Saison konstante Leistungen gebracht, wenn man mal die Leistung von vielleicht
zwei Spielen abzieht. Zuletzt gegen Köln war er zugegebenermaßen grottenschlecht. Aber wahrscheinlich gibt
Ihnen das nun genau die Bestätigung, die Sie haben wollten. Psychologen nennen das "sich selbst erfüllende
Prophezeiungen".
Man könnte den Eindruck bekommen, dass Sie nicht für, sondern gegen die deutsche Nationalmannschaft arbeiten.
Doch das wollen wir mal nicht unterstellen. Sie glauben wahrscheinlich selber, dass Sie mit Ihren Methoden
Weltmeister werden können.
Und Glaube versetzt ja bekanntlich Berge. Vielleicht werden Sie sogar Weltmeister. Doch eines ist dann klar.
Sie werden ganz allein und einsam Weltmeister. Viele deutsche Fans werden nicht mehr hinter Ihnen und der Nationalmannschaft stehen,
wenn systematisch deren Leitfiguren demontiert werden.
Erfolge sind nicht alles. Was hilft ein Weltmeistertitel, der einen faden Beigeschmack hat ?
Denken Sie mal drüber nach!
Oliver Kahn
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