14.01.2006
Rheinische Post: Rasenpflege
Die Rasen-Fachleute des Fußball-Weltverbands Fifa müssen über
Nacht zu neuen Erkenntnissen gelangt sein. Nur so lässt sich
erklären, dass sie gestern plötzlich wussten, was nach der Auslosung
der Spielpaarungen Anfang Dezember offenbar völlig unbekannt war
dass die Pause zwischen Gala-Feier im Olympiastadion, Rasenaustausch
und der ersten Belastung durch ein WM-Spiel zu kurz ist.
Es fällt schwer, die Version von der späten Eingebung zu glauben.
Wahrscheinlicher ist die Deutung, dass es dem stets so
kostenbewussten Weltverband einfach zu teuer wurde.
Wer ganz böse sein möchte, der findet auch den Zeitpunkt der Absage
bemerkenswert. Schließlich haben sich die Wogen um vermeintliche
Sicherheitsmängel in den WM-Stadien noch nicht geglättet. Deshalb
könnte es sich um einen wohlüberlegten Stoß in Richtung
Organisationskomitee handeln.
Denn die deutschen Organisatoren müssen den Imageschaden ausbaden,
für den die Fifa die größte Verantwortung trägt. Sie hat entweder
einen Monat vertrödelt vielleicht feierten die Greenkeeper ihren
Weihnachtsurlaub , oder kein kritisches Kostenmanagement betrieben.
Und nun schiebt sie den Schwarzen Peter den Deutschen zu.
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