08.11.2005
Fußball-Länderspiel in Krawall-Vorstadt
Hagen (ots) - Von Klaus Theine
Reisen
nach Frankreich ist zurzeit nicht ungefährlich. So
beurteilt es das Auswärtige Amt und spricht gestern Warnungen aus.
Kein Problem sieht der Deutsche Fußball-Bund. Er fliegt nach Paris
zum Länderspiel ein, das am Samstag um 21 Uhr beginnt.
Eine Polizei-Eskorte wird den Bus der Stars zum Stadion begleiten.
Es ist deshalb nicht zu erwarten, dass das Gefährt mit seiner
kostbaren Fracht vom Weg abkommt und womöglich mitten in Saint Denis
strandet.
Die meisten der 2000 deutschen Fans reisen mit dem Auto an. Einen
Navigationsfehler können sie sich nicht leisten. Eine einzige falsche
Abfahrt - und es geht direkt in die Gefahr. Die Vorstadt Saint Denis
gilt als "ein soziales Sprengstofflager erster Güte" (Der Spiegel).
Hier lodern die Flammen seit der ersten Krawall-Nacht in Frankreich
und hier liegt das Stade de France.
Ein Prachtbau für 80 000 Menschen, 380 Millionen Euro teuer,
Schauplatz der WM vor sieben Jahren. Im Glas des Palastes spiegeln
sich heute die Bilder der Brandstifter. Das Spiel bietet ihnen eine
ideale Bühne. Es könnte eine risikoreiche Fußball-Nacht werden.
Eine Absage der Partie wäre indes ein schlechtes Zeichen: Die Gewalt
käme wieder einen Schritt weiter.
Doch der Fußball sollte nicht so tun, als lebe er auf einem eigenem
Planeten, fernab des Weltgeschehens. Er tritt in brisantem Rahmen an
und das sollte er nur tun, wenn Sicherheit im höchst möglichen Maße
gewährleistet ist.
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