05.02.2010
Löw stellt den DFB bloß
Düsseldorf (ots) - Vier Monate vor der WM offenbaren sich tiefe Risse im Deutschen Fußball-Bund.
Sichtbar werden sie in einer öffentlich geführten Verhandlung um die Vertragsverlängerung der sportlichen
Führung. Dabei ging es doch nur um Kleinigkeiten, wie beide Parteien betont hatten. Dazu gehört für das
Trainerteam, die Vertragsverlängerung an eine Prämienzahlung in Höhe eines Jahresgehalts zu koppeln. Allein
das Jahressalär von Bundestrainer Löw wird auf drei Millionen Euro geschätzt. Weder er noch seine Kollegen,
für die er so mannhaft streitet, müssen sich also um eine tägliche warme Mahlzeit sorgen. Passt dieses Pokerspiel
noch in den Berufssport, in dem Großverdiener an der Vermehrung des eigenen Einkommens mindestens so interessiert
sind wie an der guten Sache, ist eine weitere Forderung des Führungsteams indiskutabel: Manager Bierhoff soll ein
Vetorecht bei der Einstellung des Bundestrainers verlangen.
Im Klartext: Die Entscheidung über das
Führungspersonal der Nationalelf läge allein bei ihm. Das kann sich DFB-Präsident Zwanziger gar nicht gefallen
lassen. Zwanziger wiederum hat sein Gesicht verloren, weil er die Vertragsverlängerung schon als gesichert
verkündet hatte. Er ist von Löw und Bierhoff mit neuen Ansprüchen bloßgestellt worden. Vielleicht ist das
der Anfang vom Ende einer lange funktionierenden Geschäftsbeziehung.