19.08.2004
Stimmen zum Österrreich-Spiel
Jürgen Klinsmann hat seine Erste Bewährungsprobe überstanden. Das Spiel gegen Österreich wurde souverän gewonnen. Doch wie
sahen Trainer, Spieler und Verantwortliche die Leistung der deutschen und österreichischen Mannschaft ? Hier einige Stimmen zum Länderspiel:
Jürgen Klinsmann: "Ich bin zufrieden mit dem Engagement, mit dem die Jungs ins Spiel gegangen sind. Für uns war es wichtig, ein Gefühl für die Truppe zu bekommen.
Ich bin total begeistert in dem Sinne, dass alle feine Kerle sind. Natürlich ist das
toll, dass wir so gestartet sind. Aber wir haben noch einen weiten Weg vor uns."
Michael Ballack: "Es war ein Neuanafang für Trainer und Mannschaft. Es ist
eine Ehre, für die Nationalmannschaft und als ihr Kapitän zu spielen. Wir haben noch ein
schweres Stück Arbeit vor uns."
Kevin Kuranyi: "Es war ganz gut. Ich habe in der Nationalmannschaft Selbstvertrauen
bekommen. Ich durfte von Anfang an spielen und habe es mit Toren zurückgezahlt. Wir haben
viel von Rudi Völler und Michael Skibbe gelernt, und jetzt werden wir bei den anderen etwas
Neues lernen. Wir haben eine sehr gute Mannschaft, mit der wir viel erreichen können."
Franz Beckenbauer: "Die deutsche Mannschaft war über weite Strecken überlegen. Man muss
bedenken, dass die Bundesliga-Saison erst zwei Spieltage alt ist. Man konnte sehr zufrieden
sein. Die Spieler haben sich bemüht und gezeigt, dass sie miteinander spielen wollen. Das
war nicht das attraktivste Spiel, aber mir hat das ganz gut gefallen. Wir können nicht
brillant spielen. Das überlassen wir den anderen. Wir müssen an die Grenzen gehen, um etwas
zu bewegen."
Frank Fahrenhorst: Ich bin eigentlich sehr zufrieden, wir waren sehr engagiert. Wir haben
sehr viel Druck auf die Österreicher ausgeübt und verdient gewonnen. Die Trainer haben mit
Mut zugesprochen und positiv mit mir geredet. Es hat sehr viel Spaß gemacht."
Hans Krankl: "Alle drei Tore waren Geschenke, das darf nicht passieren. Beim ersten Tor
waren wir noch in der Kabine, das zweite Tor fiel aus einer Standardsituation, über das
dritte Tor brauchen wir nicht reden, das war sehr unglücklich für Thomas Mandl. Es wartet
auf uns sehr viel Arbeit, von der Abwehr bis zum Angriff gibt es einiges zu verbessern.
Mein Optimismus ist aber nicht gesunken. Vor dem England-Match haben wir eine Woche Zeit,
da werden wir das Spiel analysieren und über die Fehler reden. Diese Fehler dürfen gegen
England nicht mehr passieren."
Friedrich Stickler: "Die Stimmung war großartig, es war alles bereit für ein
Geburtstagsfest. Aber dann haben wir die Geschenke gemacht und nicht bekommen. Schade,
denn Deutschland war heute ein Gegner, der zu schlagen gewesen wäre. Wir haben ein
wunderschönes Tor geschossen und phasenweise sehr ordentlich gespielt. Aber eben nur
phasenweise. Ivanschitz hat eine großartige Partie gespielt, er wächst immer mehr in seine
Rolle hinein."
Thomas Mandl: "Das 1:3 nehme ich auf meine Kappe. Wir haben aber 60 Minuten nicht schlecht
gespielt und vor allem den Rückstand super weggesteckt."
Didi Kühbauer: "Optisch waren die Deutschen überlegen, aber sie haben nicht allzu viele
Chancen gehabt, weil wir hinten ganz gut gestanden sind. Nur müssen wir die Fehler wie beim
1:2 und beim 1:3 ausmerzen. Man darf aber jetzt nicht gleich alles verdammen. Ansätze waren
da, aber man muss auch über das Schlechte reden. Wir müssen positiv denken und uns gegen
England taktisch steigern und alle noch ein Schauferl dazulegen."
Joachim Löw: "Wir sind froh, dass wir gewonnen haben. Wir haben in der zweiten Hälfte
Druck aufgebaut, da sind die Tore zwangsläufig gefallen. Kuranyi war bis in die Haarspitzen
heiß, weil er bei Stuttgart zuletzt nicht gespielt hat."
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