Wolfsburg taumelt weiter – Frankfurt nutzt die Krise konsequent aus
Für Wolfsburg wird die Lage immer bedrohlicher. Gegen Frankfurt war vieles zu sehen, was diese Rückrunde so unerquicklich macht: eine erste Halbzeit ohne echte Kontrolle, Gegentore in den falschen Momenten und danach eine Mannschaft, die zwar anrennt, sich aber für ihren Aufwand nicht belohnt.
Erst zäh, dann eiskalt bestraft
Die Partie begann verhalten. Beide Teams tasteten sich lange ab, vieles spielte sich zwischen den Strafräumen ab. Wolfsburg ging engagiert in die Zweikämpfe, Frankfurt hielt körperlich dagegen, doch klare Torchancen blieben zunächst rar. Die größte Möglichkeit der Anfangsphase hatten sogar die Hausherren, als ein Fehler im Frankfurter Aufbau beinahe bestraft worden wäre. Genau solche Szenen hätte der VfL in seiner Lage gebraucht.
Stattdessen schlug Frankfurt nach gut zwanzig Minuten zu. Die Eintracht kombinierte sich über die rechte Seite sauber nach vorne, fand im Rückraum Oscar Höjlund – und der nutzte den Platz mit einem satten Abschluss aus 18 Metern. Es war einer dieser Treffer, die ein Spiel kippen, weil sie einer Mannschaft Sicherheit geben und der anderen sofort wieder die Unsicherheit ins Gesicht schreiben.
Wolfsburg verlor danach spürbar den Halt. Frankfurt wirkte ruhiger, klarer und kontrollierter. Kurz vor der Pause legten die Gäste nach. Eine einstudierte Freistoßvariante brachte Unruhe in den Strafraum, Grabara parierte zunächst noch, doch Kalimuendo staubte zum 2:0 ab. Das war aus Wolfsburger Sicht besonders bitter, weil der Rückstand mit Blick auf den Spielverlauf bereits unangenehm genug war – das zweite Tor machte die Aufgabe nun richtig schwer.
Wolfsburg wacht auf, Frankfurt wird passiv
Nach dem Seitenwechsel änderte sich das Bild deutlich. Wolfsburg kam mit mehr Druck, mehr Zielstrebigkeit und deutlich mehr Mut aus der Kabine. Frankfurt zog sich zurück, überließ dem VfL mehr Ballbesitz und lebte zunehmend von der eigenen Effizienz aus der ersten Halbzeit.
Die Gastgeber kamen nun regelmäßig in Abschlusssituationen. Majer traf beinahe direkt per Freistoß, Zetterer musste gegen eine direkt aufs Tor gezogene Ecke von Eriksen stark eingreifen, später verfehlten Zehnter, Wimmer und Amoura aussichtsreiche Situationen. Genau darin lag das Wolfsburger Problem dieses Nachmittags: Der VfL spielte sich in eine Phase hinein, in der der Anschluss längst hätte fallen müssen, ließ die Tür aber immer wieder selbst wieder zufallen.
Frankfurt musste in dieser Phase kaum noch viel fürs Spiel tun. Die Eintracht verteidigte nicht immer sauber und wirkte zeitweise sogar erstaunlich passiv, doch Wolfsburg half kräftig mit. Mal fehlte die Ruhe im letzten Pass, mal die Präzision im Abschluss, mal stand Zetterer richtig.
Der Anschluss fällt zu spät
So blieb das Spiel aus Wolfsburger Sicht bis in die Schlussphase offen und frustrierend zugleich. Die Statistik sprach immer deutlicher für die Gastgeber, der Spielstand jedoch für Frankfurt. Selbst als die Eintracht nur noch sporadisch Entlastung fand, reichte es nicht für den VfL, das Spiel rechtzeitig noch einmal richtig zu drehen.
Erst tief in der Nachspielzeit fiel der Anschluss. Daghim brachte eine Flanke von rechts in die Mitte, Pejcinovic nickte ein und verkürzte auf 1:2. Doch dieser Treffer kam praktisch mit dem Schlusspfiff. Mehr als ein spätes Aufbäumen war es nicht mehr.
Frankfurt effizient, Wolfsburg weiter im freien Fall
Unter dem Strich gewann Frankfurt vor allem deshalb, weil die Eintracht in den entscheidenden Szenen klarer war. Zwei sauber ausgespielte Momente reichten, um den VfL in eine weitere Niederlage zu stoßen. Die Gäste mussten dafür kein großes Offensivfeuerwerk abbrennen, sondern schlicht das tun, was Wolfsburg seit Wochen nicht gelingt: Chancen konsequent nutzen.
Für die Niedersachsen ist die Niederlage ein weiterer schwerer Rückschlag. Seit zwölf Spielen ist der VfL nun sieglos, der Abstieg rückt immer näher. Noch bitterer ist, dass diese Partie durchaus Ansatzpunkte für einen Befreiungsschlag bot. Wolfsburg war im zweiten Durchgang klar aktiver, aber in der Bundesliga reicht Aktivität allein nicht. Wer unten drinsteht, muss seine Momente erzwingen – und dann auch verwerten.
11.04.2026, 17:34 Uhr – Redaktion Sport-Finden.de