Vorwürfe gegen Kuntz: HSV gerät abseits des Platzes unter Druck
Sportlich wartet auf den Hamburger SV eine wegweisende Woche mit Heimspielen gegen Leverkusen und Mönchengladbach. Doch seit dem Wochenende steht nicht nur das Geschehen auf dem Platz im Fokus. Berichte über Vorwürfe gegen den früheren Sportvorstand Stefan Kuntz sorgen für erhebliche Unruhe im Umfeld des Vereins.
Medienberichten zufolge soll sich eine Mitarbeiterin von Kuntz verbal sexuell belästigt gefühlt und den Aufsichtsrat darüber informiert haben. Gleichzeitig wurde bekannt, dass Kuntz selbst Anzeige wegen mutmaßlichen Stalkings erstattet haben soll. Offizielle Stellungnahmen der Ermittlungsbehörden liegen bislang nicht vor.
Kuntz weist Vorwürfe zurück
Am Sonntagabend meldete sich Kuntz in einem persönlichen Statement zu Wort. Darin erklärte er, dass ihn die Vorwürfe hart träfen und er diese entschieden zurückweise. Zugleich kündigte er an, rechtlich gegen falsche Beschuldigungen und Vorverurteilungen vorzugehen.
Es gilt die Unschuldsvermutung. Der HSV hatte den Rückzug von Kuntz zum Jahreswechsel offiziell mit „persönlichen familiären Gründen“ begründet und diese Darstellung bislang nicht geändert.
Unruhe zur sportlich heiklen Phase
Unabhängig von der rechtlichen Bewertung kommt die öffentliche Diskussion für den HSV zu einem ungünstigen Zeitpunkt. Nach einer insgesamt stabilen Hinrunde und einer spürbaren Geschlossenheit im Verein drohen nun Nebengeräusche, die den sportlichen Fokus beeinträchtigen könnten.
Gerade Kuntz hatte vor Saisonbeginn eindringlich betont, dass ein nachhaltiger Erfolg nur mit einem funktionierenden Zusammenspiel aller Bereiche möglich sei. Ob dieser Geist durch die aktuellen Schlagzeilen Schaden nimmt, wird sich in den kommenden Wochen zeigen.
Huwer rückt stärker in den Mittelpunkt
Der derzeitige Alleinvorstand Eric Huwer betonte zuletzt öffentlich die kollektive Verantwortung innerhalb des Vereins. Nach dem Aus von Kuntz kommt ihm nun eine noch größere Rolle zu – nach innen wie nach außen. Er muss Stabilität vermitteln, während der HSV sportlich und organisatorisch gleichzeitig gefordert ist.
Klar ist: Die Trennung von Kuntz hat formell Klarheit geschaffen. Ob die Debatte damit zur Ruhe kommt oder den HSV länger begleitet, dürfte entscheidend davon abhängen, wie transparent und geschlossen der Verein in den kommenden Tagen auftritt.
12.01.2026, 07:51 Uhr – Redaktion Sport-Finden.de