VfB Stuttgart – SC Freiburg 2:1 n.V.: Tiago Tomas schießt Stuttgart ins Pokalfinale
Der VfB Stuttgart darf weiter vom nächsten Pokaltriumph träumen. Der Titelverteidiger setzte sich in einem dramatischen Halbfinale gegen den SC Freiburg mit 2:1 nach Verlängerung durch und trifft im Berliner Olympiastadion auf den FC Bayern München.
Bis kurz vor Schluss deutete vieles auf ein Elfmeterschießen hin. Dann aber schlug Tiago Tomas zu – technisch fein, nervenstark und genau im richtigen Moment.
Freiburg startet abgezockt und trifft zuerst
Die Partie begann intensiv, aber zunächst auch zerfahren. Viele Zweikämpfe, frühe Gelbe Karten und wenig klare Offensivaktionen prägten die Anfangsphase. Freiburg wirkte dabei etwas griffiger und nutzte seine erste große Standardsituation eiskalt.
Nach einer Ecke kam Matthias Ginter zum Kopfball, Maximilian Eggestein reagierte vor dem Tor am schnellsten und brachte den Sport-Club in der 28. Minute mit 1:0 in Führung. Für Stuttgart war das ein Wirkungstreffer, denn der VfB hatte bis dahin kaum spielerische Lösungen gefunden.
Stuttgart braucht lange – und wird nach der Pause stärker
Erst kurz vor der Pause kam Stuttgart besser ins Spiel. Demirovic und Undav näherten sich dem Freiburger Tor an, doch die Gäste verteidigten lange sehr aufmerksam. Besonders Ginter war immer wieder zur Stelle und verhinderte gefährliche Durchbrüche.
Nach dem Seitenwechsel erhöhte der VfB den Druck deutlich. Freiburg kam kaum noch zur Entlastung, während Stuttgart immer häufiger Lücken fand. Die Einwechslung von Bilal El Khannouss brachte zusätzlich Tempo, Kreativität und Unruhe in die Freiburger Defensive.
Undav gleicht aus – Freiburg verpasst die Antwort
In der 70. Minute fiel der verdiente Ausgleich. El Khannouss leitete den Angriff stark ein und bediente Deniz Undav, der flach zum 1:1 traf. Der Treffer passte zur Entwicklung der zweiten Hälfte: Stuttgart war nun wacher, mutiger und näher am zweiten Tor.
Trotzdem hatte Freiburg seine Momente. Besonders bitter aus Sicht der Breisgauer: Direkt zu Beginn der Verlängerung traf Lucas Höler vermeintlich zum 2:1, doch der Treffer wurde wegen eines zuvor abgepfiffenen Offensivfouls nicht anerkannt. Eine Szene, über die sicher noch gesprochen wird.
El Khannouss wirbelt, Müller hält Freiburg im Spiel
In der Verlängerung entwickelte sich ein Pokalfight mit offenen Visieren. Stuttgart hatte die besseren Chancen, doch Freiburgs Torwart Florian Müller hielt seine Mannschaft mehrfach im Spiel. Besonders gegen El Khannouss zeigte er eine starke Parade, als der Stuttgarter Joker schon zum Jubel angesetzt hatte.
Auch Führich vergab eine große Möglichkeit, als sein Abschluss am Pfosten landete. Stuttgart drückte, Freiburg verteidigte mit allem, was noch vorhanden war.
Tiago Tomas setzt den goldenen Schlusspunkt
Als sich viele schon auf das Elfmeterschießen einstellten, entschied der VfB die Partie doch noch aus dem Spiel heraus. Bouanani setzte sich rechts stark durch und brachte den Ball in die Mitte. Dort kam Tiago Tomas vor Ginter an die Kugel und beförderte sie sehenswert mit der Hacke ins Eck.
Der Treffer in der 119. Minute war der emotionale Höhepunkt eines immer dramatischer werdenden Halbfinals. Stuttgart explodierte vor Freude, Freiburg blieb kaum noch Zeit für eine Antwort.
Stuttgart verdient weiter – Freiburg hadert
Unter dem Strich geht der Stuttgarter Finaleinzug aufgrund der deutlichen Steigerung nach der Pause und der Vielzahl an Chancen in Ordnung. Freiburg lieferte lange einen sehr disziplinierten Pokalauftritt, verlor aber mit zunehmender Spielzeit immer mehr Kontrolle.
Für den SC bleibt vor allem der Ärger über den aberkannten Höler-Treffer und die verpasste Chance auf Berlin. Stuttgart dagegen steht zum zweiten Mal in Folge im DFB-Pokalfinale – und bekommt dort das große Duell mit Bayern München.
24.04.2026, 06:54 Uhr, Redaktion Sport-Finden.de