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Schummeln oder kleinlich? Der erneute Zajc-Fall spaltet das Skispringen

Zweite Disqualifikation in zwei Wettkämpfen: Timi Zajc sorgt bei der Vierschanzentournee für hitzige Diskussionen. War die Strafe überzogen – oder schlicht die Folge eigener Dummheit?

Timi Zajc bei der Vierschanzentournee

Schon beim Auftaktspringen der Vierschanzentournee in Oberstdorf war Timi Zajc nachträglich disqualifiziert worden. Der Grund: Unregelmäßigkeiten an seinem Anzug, der im Schritt wenige Millimeter zu weit gewesen sein soll.

Beim Neujahrsspringen in Garmisch-Partenkirchen dann das nächste Kapitel: Wieder fiel der Slowene bei der Materialkontrolle durch – diesmal war der Anzug am Bein vier Millimeter zu weit. Die Folge: erneute Disqualifikation.

Experten klar: Kein Verständnis für Wiederholung

Besonders deutlich äußerte sich TV-Experte und Ex-Weltklasse-Skispringer Martin Schmitt. Während er nach der Disqualifikation in Oberstdorf noch Mitgefühl zeigte, ist davon inzwischen nichts mehr übrig.

Für Schmitt ist der erneute Regelverstoß kein Kavaliersdelikt, sondern ein klarer Fall von Selbstverschulden. Die Konsequenz bezeichnete er als „Denkzettel“ – und als folgerichtig nach dem Verhalten des Springers.

Galgenhumor mit Folgen

Brisant: Zajc hatte den ersten Regelverstoß öffentlich mit Humor genommen und in sozialen Netzwerken scherzhaft angedeutet, man könne den Anzug „einfach ein bisschen stretchen“.

Genau diese Haltung brachte ihm nun zusätzliche Kritik ein. Nach Ansicht mehrerer Experten habe Zajc die Kontrolleure mit seinen Aussagen geradezu herausgefordert. Entsprechend genau sei diesmal vor dem Sprung geprüft worden – mit bekanntem Ergebnis.

Die andere Seite: Zu kleinlich kontrolliert?

In Teilen der Fanszene wird dennoch diskutiert, ob wenige Millimeter Abweichung eine Disqualifikation rechtfertigen. Schließlich seien Materialfragen im Skispringen seit Jahren ein sensibles Thema.

Befürworter dieser Sichtweise argumentieren, dass nahezu jeder Springer an die Grenzen des Reglements gehe und Kontrollen teils unterschiedlich streng ausfielen.

Unsere Meinung: Keine Opferrolle, sondern eigene Dummheit

Genau hier endet jedoch jede Ausrede. Wer nach einer Disqualifikation erneut mit regelwidrigem Material antritt, handelt nicht mutig – sondern fahrlässig.

Zajc wusste nach Oberstdorf ganz genau, dass er unter besonderer Beobachtung steht. Trotzdem wieder mit einem unzulässigen Anzug anzutreten, ist keine Grauzone, sondern schlicht eigene Dummheit.

Dass die FIS in diesem Fall konsequent durchgreift, ist kein Zeichen von Kleinlichkeit, sondern notwendig für die Glaubwürdigkeit des Sports.

Tournee für Zajc beendet

Die Folgen sind gravierend: Durch die neue Kartenregelung sammelt Zajc zwei Gelbe Karten und erhält nun die Rote Karte.

Damit ist seine Vierschanzentournee vorzeitig beendet – die Wettkämpfe in Innsbruck und Bischofshofen muss der Slowene gesperrt von außen verfolgen.

Klare Botschaft an alle Springer

Der Fall sendet ein deutliches Signal an das gesamte Feld: Die Regeln sind bekannt – und sie gelten für alle. Wer sie ignoriert oder ins Lächerliche zieht, darf sich über die Konsequenzen nicht beschweren.

02.01.2026, Redaktion Sport-Finden.de



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