Neuer Impuls aus Dänemark: Thorup übernimmt Rapid – und sofort steht alles unter Druck
Dass Rapid den neuen Cheftrainer ausgerechnet am Dienstagabend präsentiert, wirkt wie ein bewusst gesetzter Schnitt: Peter Stöger ist seit November Geschichte, die Interimsphase war wenig erquicklich – jetzt soll Thorup die Ausrichtung neu justieren. Der Vertrag bis 2027 ist dabei mehr als eine Formalie: Rapid signalisiert, dass man nicht nur den nächsten schnellen Effekt sucht, sondern eine Idee, an der man festhalten will.
Ungewöhnlich ist die Personalie auch historisch: Thorup ist der erste Rapid-Cheftrainer seit Vlatko Markovic (Saison 1988/89), der nicht aus dem deutschsprachigen Raum stammt. Das klingt nach Randnotiz, ist in Hütteldorf aber ein Statement – weil Rapid damit bewusst aus dem gewohnten Raster ausbricht und einen Impuls von außen holt.
Warum der Zeitpunkt brennt
Die Lage ist heikel: Rapid überwintert nur auf Platz sieben – und damit genau dort, wo es wehtut. Nicht in der Meistergruppe, nicht im Flow, sondern in einem Bereich, in dem jede weitere Enttäuschung schnell zur Grundsatzdebatte wird. Auch international hat der Klub sich früh verabschiedet: In der Conference League war in der Gruppenphase Schluss. Für Thorup heißt das: Er startet nicht mit Schonfrist, sondern in einem Umfeld, das sofort Reaktion sehen will.
Was Thorup mitbringt – und was noch offen ist
Zuletzt arbeitete Thorup in England bei Norwich City und kennt damit ein Umfeld, in dem jeder Spieltag wie ein Testlauf wirkt: Druck von außen, schnelle Stimmungswechsel, hohe Erwartungshaltung. Seine bisherige Cheftrainer-Bilanz (114 Pflichtspiele: 48 Siege, 31 Remis, 35 Niederlagen) liest sich solide – aber sie beantwortet nicht die entscheidende Rapid-Frage: Wie schnell bekommt er eine klare Handschrift auf den Platz, die auch dann trägt, wenn es unruhig wird?
Genau da liegen die offenen Punkte, die Rapid jetzt sauber lösen muss: Welches Trainerteam bringt Thorup mit? Wie viel Einfluss bekommt er bei Kaderentscheidungen? Und wie konsequent wird der Klub die Linie halten, wenn die ersten Wochen nicht sofort die gewünschten Ergebnisse liefern?
Katzer setzt auf den Neustart – die Fans erwarten ihn auch
Sport-Geschäftsführer Markus Katzer stellt sich hinter den Schritt und betont, Thorup passe mit seinem Fußballverständnis zur Spielidee des Vereins. Das klingt nach Plan – doch Rapid wird daran gemessen, ob daraus wieder Klarheit entsteht: in der Spielanlage, im Auftreten und am Ende auch in der Tabelle. Der Neustart ist ausgerufen. Jetzt muss er sichtbar werden.
31.12.2025, Redaktion Sport-Finden.de