DSV stabil in Garmisch: Raimund starker Fünfter, Wellinger und Geiger mit Aufwärtstrend
Garmisch-Partenkirchen ist traditionell die zweite Etappe der Vierschanzentournee – und das Springen am Silvestertag brachte aus deutscher Sicht vor allem zwei Botschaften: Oben mischen einzelne DSV-Athleten konstant im erweiterten Spitzenbereich mit, und die zuletzt wackligen Stützen des Teams scheinen rechtzeitig stabiler zu werden.
Raimund bester Deutscher – Hoffmann bestätigt sich
Philipp Raimund war auch diesmal der stärkste Deutsche. Mit 135,0 Metern und 141,8 Punkten sprang er auf Rang fünf und damit mitten hinein in die Gruppe der Anwärter, die im Neujahrsspringen eine gute Ausgangslage suchen. Felix Hoffmann bestätigte seinen positiven Trend und landete nach 134,0 Metern (139,7 Punkte) auf Platz acht.
Hoffmann ordnete seinen Auftritt selbst nüchtern, aber zufrieden ein: „Ich nehme wieder eine Portion Aufwind mit.“ Vor allem sei er einverstanden damit, „dass derzeit selbst nicht ganz gute Sprünge immer noch für das gehobene Mittelfeld reichen“.
Wellinger und Geiger: Die Sorgenkinder machen Hoffnung
Besonders aufmerksam wurde in Garmisch auf Andreas Wellinger und Karl Geiger geschaut. Beide Routiniers wirkten deutlich formverbessert und qualifizierten sich als 27. bzw. 31. für den Wettkampf. Wellinger sprach anschließend von einem wichtigen Schritt: „Das war wertvoll und ein schöner Jahresabschluss.“
Geiger gab sich offen und deutete an, wie intensiv die letzten Wochen gewesen sein müssen: Er habe „ziemlich in mich gehen“ müssen, um wieder die richtige Spur zu finden. Für Bundestrainer Stefan Horngacher ist das mindestens ein Zwischen-Erfolg: Wenn die Erfahrungsträger wieder stabil springen, wird das Gesamtbild der Mannschaft sofort ruhiger.
Top-50 geschafft – Schmid scheitert knapp
Insgesamt brachten weitere DSV-Springer den Sprung in die Top 50 und damit in den Wettkampf am Donnerstag. Unter anderem Pius Paschke (20.) und der junge Ben Bayer, der punktgleich mit Wellinger blieb. Knapp am Wettkampf vorbei sprang Constantin Schmid als 51., Luca Roth wurde 54., Max Unglaube 65.
Prevc bleibt der Maßstab – Embacher fliegt Schanzenrekord
Vorne unterstrich Domen Prevc seine derzeitige Ausnahmestellung. Mit 139,5 Metern (150,6 Punkte) gewann er die Qualifikation. Hinter ihm belegten Jan Hörl und Stephan Embacher die Plätze zwei und drei. Embacher setzte dabei ein Ausrufezeichen: Mit längerem Anlauf verbesserte er den Schanzenrekord auf 145,5 Meter – und das nur 13 Tage vor seinem 20. Geburtstag.
Bemerkenswert am Rande: In Garmisch gab es diesmal deutlich weniger Zuschauer als im Vorjahr. Die Veranstalter hatten das Programm angepasst und das Springen der Frauen auf den frühen Nachmittag vorgezogen.
Eigene Einschätzung: DSV braucht jetzt den zweiten Schritt
Das Bild aus deutscher Sicht ist gar nicht schlecht: Raimund und Hoffmann liefern stabil, die Breite reicht für viele Startplätze – und Wellinger sowie Geiger haben zumindest die Kurve Richtung Normalform bekommen. Aber: Für echte Tournee-Ambitionen braucht es jetzt den nächsten Schritt. Nicht nur „durchkommen“, sondern im Wettkampf konstant in die Top 10 springen. Garmisch war dafür ein brauchbarer Startpunkt – mehr aber auch noch nicht.
01.01.2026, 10:29 Uhr · Redaktion Sport-Finden.de