Groß über BVB-Abschied: „Wollte wieder mehr Einfluss nehmen“
Der Wechsel von Pascal Groß zu Borussia Dortmund war im Sommer 2024 ein Transfer mit Signalwirkung. Nach sieben Jahren in der Premier League suchte der erfahrene Mittelfeldspieler beim BVB eine neue sportliche Herausforderung. Doch das Kapitel endete schneller als geplant: In der Winterpause kehrte Groß zu Brighton & Hove Albion zurück.
Im kicker-Interview schildert Groß die vergangenen Monate selbstkritisch und ehrlich. „Natürlich ist es für einen Vollblutfußballer wie mich nie einfach, wenn man weniger spielt, als man sich vorstellt. Das war sehr schwierig in den vergangenen Monaten“, sagte der Routinier. Gleichzeitig betonte er, dass er „die Lust am Fußball nie verloren“ habe.
Einsatzzeiten als Knackpunkt
Zwischen den Zeilen wird deutlich: Unter BVB-Trainer Niko Kovac fand Groß nicht die Rolle, die er sich erhofft hatte. Seine Aussage, er wolle „wieder dahin gehen, wo ich mehr Einfluss nehmen kann und öfter spiele“, ist klar – und nachvollziehbar. Für einen 34-Jährigen, der seine Stärken über Spielkontrolle, Übersicht und Rhythmus definiert, sind regelmäßige Einsätze kein Luxus, sondern Voraussetzung.
Groß’ Wunsch nach Veränderung wirkt dabei nicht wie eine Trotzreaktion, sondern wie eine nüchterne Bestandsaufnahme. Er spricht nicht von Enttäuschung über den BVB, sondern von dem Bedürfnis, sportlich relevant zu bleiben.
WM-Ambitionen als zusätzlicher Antrieb
Besonders bemerkenswert ist Groß’ offenes Bekenntnis zur Weltmeisterschaft. „Ich wollte wieder öfter spielen, damit ich mich auch für die WM empfehlen kann“, erklärte er. Das zeigt, dass der Nationalspieler seine Karriere weiterhin strategisch denkt – und keine Zeit verlieren wollte.
Auch die schnelle Einigung im Winter hatte für ihn eine klare Priorität: Er wollte bereits im Januar Spielpraxis sammeln und nicht „einen Monat verlieren“. Dass er mit Brightons Trainer Fabian Hürzeler bereits länger im Austausch stand, unterstreicht, wie geplant dieser Schritt war.
Fazit: Kein Scheitern, sondern eine ehrliche Korrektur
Der Abschied von Borussia Dortmund wirkt bei genauer Betrachtung weniger wie ein gescheitertes Experiment, sondern eher wie eine Kurskorrektur. Groß hat erkannt, dass seine Stärken in einem Umfeld besser zur Geltung kommen, in dem er Vertrauen und Verantwortung bekommt.
Für den BVB bleibt der Verlust eines erfahrenen Spielers, der sportlich nur punktuell helfen konnte. Für Groß dagegen ist die Rückkehr nach Brighton die Chance, noch einmal voll anzugreifen – mit Blick auf die Premier League und das große Ziel WM.
05.01.2026, 20:34 Uhr, Redaktion Sport-Finden.de