Nürnberg – Elversberg 3:2: Scobel trifft doppelt, Reichert hält Elfmeter – Lucky Punch in der Nachspielzeit
Im Max-Morlock-Stadion war früh zu sehen, wer den Ton angeben wollte. Nürnberg spielte dominant, hatte viel Ballbesitz und kam zu den besseren Chancen. Justvan traf nach 19 Minuten die Latte, Scobel und Zoma scheiterten mehrfach an Elversbergs Keeper Kristof oder an einem Abwehrbein. Elversberg wirkte zunächst darauf aus, das Spiel zu beruhigen – und setzte auf einzelne Umschaltmomente.
Elversberg nutzt den Fehler – Nürnberg bestraft sich selbst
Genau so ein Moment stellte den Spielverlauf auf den Kopf: Nach einem Ballverlust im Nürnberger Aufbau zog Günther links das Tempo an, passte nach innen und Zimmerschied stand blank. Aus kurzer Distanz traf er zur überraschenden Gästeführung (39.). Nürnberg hatte bis dahin die größeren Möglichkeiten – und ging trotzdem mit einem 0:1 in die Pause. Weil der Club seine Chancen nicht nutzte, war das Ergebnis zwar schmeichelhaft für Elversberg, aber eben auch die harte Realität.
Justvan gleicht aus – Elversberg antwortet erneut
Nach dem Seitenwechsel blieb Nürnberg im Vorwärtsgang. Yilmaz trieb immer wieder über links an und steckte in der 56. Minute stark auf Justvan durch. Der Techniker blieb cool und tunnelte Kristof aus kurzer Distanz zum 1:1 – das Stadion war da, das Spiel kippte sichtbar.
Doch Elversberg zeigte, dass es nicht nur verwalten kann. Wieder war es Günther, der mit einem Flügellauf Raum schuf. Sein Pass in die Mitte landete bei Malanga, der aus 14 Metern Zeit hatte, sich den Ball zurechtzulegen – und platziert ins rechte Eck zum 1:2 traf (65.).
Scobel macht aus Chaos ein Tor – und Nürnberg glaubt wieder
Nürnberg brauchte kurz, fing sich aber. In der 71. Minute zog Lubach nach einem Solo ab, der Ball prallte vom Innenpfosten zurück – und Scobel reagierte am schnellsten. Aus kurzer Distanz köpfte er ins leere Tor ein: 2:2. Für den Startelfdebütanten war es nicht nur ein Treffer, es war der Moment, in dem er endgültig im Spiel ankam.
Die Schlussphase wurde wild. Elversberg hatte nach einem Nürnberger Wackler im Aufbau sogar die Riesenchance zum 3:2, doch Malanga setzte zu mittig an und scheiterte an der auf der Linie postierten Nürnberger Defensive. Auf der Gegenseite blieb der Club gefährlich, ohne sofort den entscheidenden Punch zu setzen.
Elfmeter gehalten, Klose fliegt – und dann der Kopfball in der Nachspielzeit
In der 82. Minute bekam Elversberg die große Gelegenheit: Elfmeter nach einem unnötigen Zweikampf im Strafraum. Stange trat an, zielte aufs rechte Eck – doch Reichert ahnte die Ecke und lenkte den Ball um den Pfosten. Nur Sekunden später eskalierte die Seitenlinie: Nürnbergs Trainer Miroslav Klose sah nach heftigen Protesten Gelb-Rot und musste auf die Tribüne.
Und dann kam die Nachspielzeit. Baack legte auf Yilmaz zurück, die Flanke segelte in den Strafraum – und Scobel stieg im Zentrum am höchsten. Sein Kopfball ins rechte Eck brachte das 3:2 (90.+3). Der Lucky Punch – und das völlig verdiente Ende eines Spiels, in dem Nürnberg insgesamt mehr investierte und mehr Chancen hatte.
Fazit
Nürnberg gewinnt dieses spektakuläre Duell verdient mit 3:2. Scobel liefert im Startelfdebüt zwei Treffer, Reichert hält den Elfmeter, und der Club belohnt sich spät für seine Dominanz. Elversberg war effektiv und führte zweimal – aber am Ende fehlte die letzte Stabilität, um den Druck der Nürnberger komplett zu überstehen.
17.01.2026, 15:09 – Redaktion Sport-Finden.de