Nach Zajc-Ausschluss rückt das Kontrollsystem in den Fokus
Zwei Disqualifikationen, dann das Aus für die restliche Vierschanzentournee: Der Fall Timi Zajc hat in der Skisprung-Szene deutliche Spuren hinterlassen. Während die Entscheidung der Jury formal eindeutig war, wächst im slowenischen Lager der Zweifel an der Art und Weise der Kontrollen.
Nach Angaben des Verbandes habe der verwendete Anzug vor dem Springen die vorgeschriebenen Maße erfüllt. Die abweichenden Messergebnisse bei der offiziellen Kontrolle werfen aus slowenischer Sicht Fragen auf – nicht am Material selbst, sondern am Prozedere.
Wetter und Material als Unsicherheitsfaktor
Als mögliche Erklärung führen die Verantwortlichen äußere Einflüsse an. Feuchtigkeit, Temperatur oder andere Umwelteinwirkungen könnten das Material kurzfristig verändert haben. Diese Faktoren würden im aktuellen Kontrollsystem nicht ausreichend berücksichtigt.
Hinzu kommt, dass Skisprunganzüge keine identischen Serienprodukte sind. Unterschiede in Stoffstruktur, Festigkeit oder Verarbeitung seien üblich und könnten bei Messungen im Millimeterbereich eine Rolle spielen.
Protest richtet sich gegen das Verfahren
Der slowenische Verband hat inzwischen Einspruch eingelegt – allerdings nicht gegen die Disqualifikation selbst. Ziel ist vielmehr eine Überprüfung der Messpraxis. Kritisiert wird unter anderem, dass der Anzug in Garmisch bereits vor dem Sprung kontrolliert wurde und nicht wie üblich danach.
Aus slowenischer Sicht hätte eine Messung nach dem Sprung ein anderes Ergebnis liefern können. Genau darin sehen die Verantwortlichen ein strukturelles Problem, das künftig für mehr Klarheit sorgen müsse.
Ob der Protest Folgen für zukünftige Kontrollen hat, bleibt abzuwarten. Der Ausschluss von Zajc ist sportlich nicht mehr rückgängig zu machen – die Debatte über Fairness, Transparenz und Messgenauigkeit im Skispringen dürfte jedoch weitergehen.
02.01.2026, 22:05 h Redaktion Sport-Finden.de