Nach internen Spannungen: Manchester United zieht bei Amorim die Reißleine
Die Entwicklung hatte sich angedeutet. Nach nur einem Sieg aus den letzten fünf Pflichtspielen und einer zunehmend angespannten Gesamtlage hat Manchester United die Zusammenarbeit mit Rúben Amorim beendet. Der Portugiese verlässt den Klub nach 63 Pflichtspielen mit einem Punkteschnitt von 1,43.
In den vergangenen Wochen war Amorim immer wieder öffentlich auf Distanz zur Transferpolitik des Vereins gegangen. Sein Kader sei nicht ausreichend aufgestellt, um im Winter weitere Abgänge zu kompensieren, ließ der 40-Jährige mehrfach durchblicken – verbunden mit der klaren Forderung nach Verstärkungen.
Transferpolitik als Dauerbrenner
Hinter den Kulissen entwickelte sich genau dieses Thema zunehmend zum Reizpunkt. Während United in der laufenden Saison rund 250 Millionen Euro investierte, standen dem lediglich Einnahmen von etwa 74 Millionen Euro gegenüber. Amorims Wunsch nach weiteren strukturellen Anpassungen stieß dabei offenbar nicht mehr auf uneingeschränkte Unterstützung.
Nach dem Remis gegen Leeds United hatte der Trainer seinen Unmut erneut deutlich gemacht. Er sei nicht als reiner Trainer, sondern als Manager nach Manchester gekommen, ließ Amorim verlauten – ein Satz, der intern als klare Positionsbestimmung verstanden wurde.
Klub spricht von notwendigem Schritt
In einem knappen Statement erklärte Manchester United, man habe sich „schweren Herzens“ zu diesem Schritt entschlossen. Ziel sei es, der Mannschaft die bestmöglichen Chancen auf eine möglichst hohe Platzierung in der Premier League zu eröffnen. Aktuell rangiert United auf Platz sechs.
Bis auf Weiteres übernimmt U18-Trainer Darren Fletcher. Er wird die Mannschaft am Mittwoch im Ligaspiel gegen Burnley an der Seitenlinie betreuen. Wie es darüber hinaus weitergeht, ließ der Klub zunächst offen.
Trotz ordentlicher Offensivzahlen – nur Manchester City und Arsenal erzielten bislang mehr Tore – blieben die strukturellen Schwächen im Kader sichtbar. Gerade in der Defensive und auf den Außenverteidigerpositionen fehlten Alternativen, zuletzt verschärft durch mehrere Ausfälle im Mittelfeld.
Amorims Amtszeit endet damit früher als geplant. Die angekündigten 18 Monate, von denen er selbst noch gesprochen hatte, wurden am Ende nicht erreicht.
05.01.2026, 13:26 Uhr – Redaktion Sport-Finden.de