Die deutschen Spieler bei der LoL-WM 2025: BrokenBlade und Upset im Porträt
Die WM 2025 aus europäischer und deutscher Sicht
Bei der Weltmeisterschaft 2025 setzte sich T1 im Finale durch und sicherte sich den Titel. KT Rolster wurde Zweiter, Top Esports und Gen.G belegten die Plätze drei und vier. Für europäische Teams verlief das Turnier erneut schwierig: G2 Esports erreichte als einziges LEC-Team die Top 8, Fnatic schied bereits in der Gruppenphase aus.
Aus deutscher Sicht lag der Fokus damit klar auf zwei Spielern, die seit Jahren zu den bekanntesten Namen der hiesigen Szene gehören – wenn auch mit sehr unterschiedlichen internationalen Bilanzen.
BrokenBlade – der konstanteste deutsche Spieler auf internationalem Niveau
Sergen „BrokenBlade“ Çelik (geb. 19. Januar 2000) wuchs in Deutschland auf und machte früh durch hohe Platzierungen in der europäischen Solo-Queue auf sich aufmerksam. Seine Karriere nahm 2019 Fahrt auf, als er den Sprung in die nordamerikanische LCS schaffte und dort direkt als Stammspieler eingesetzt wurde.
Nach seiner Rückkehr nach Europa wechselte BrokenBlade 2021 zu G2 Esports – ein Schritt, der seine Karriere nachhaltig prägen sollte. Seitdem ist er fester Bestandteil des G2-Kerns, gewann mehrere LEC-Titel und qualifizierte sich mit seinem Team regelmäßig für internationale Turniere.
Bei der LoL-WM 2025 erreichte G2 Esports mit BrokenBlade die Platzierung 5–8. Der Toplaner überzeugte vor allem durch Champion-Flexibilität und Spielverständnis. Gegen Topteams aus Korea und China zeigte sich jedoch erneut, wie hoch das internationale Niveau insbesondere auf der Toplane ist.
Trotzdem bleibt festzuhalten: BrokenBlade ist der einzige deutsche Spieler, der über mehrere Jahre hinweg konstant an Weltmeisterschaften teilgenommen und dabei wiederholt die K.-o.-Phase erreicht hat.
Upset – individuelle Klasse, aber kein internationaler Durchbruch
Elias „Upset“ Lipp (geb. 16. Dezember 1999) zählt seit vielen Jahren zu den bekanntesten AD-Carrys Europas. Seine Karriere führte ihn über verschiedene Stationen in der europäischen Szene, darunter Schalke 04 Esports und Origen, ehe er bei Fnatic zu einem Leistungsträger reifte.
Upset machte sich vor allem durch seine mechanische Stärke, präzise Positionierung und hohe Schadenswerte einen Namen. Innerhalb der LEC gehörte er regelmäßig zu den statistisch besten Spielern auf seiner Position.
Die Weltmeisterschaft blieb für Upset jedoch auch 2025 ein schwieriges Pflaster. Fnatic schied auf den Plätzen 15–16 bereits in der Gruppenphase aus. Individuell zeigte der deutsche AD-Carry solide Leistungen, konnte das frühe Aus seines Teams aber nicht verhindern.
Damit setzt sich ein Muster fort: Trotz hoher individueller Qualität gelang Upset bislang kein tiefer WM-Lauf. Der internationale Durchbruch auf der größten Bühne bleibt ihm damit weiterhin verwehrt.
Zwei Karrieren, zwei Rollen für den deutschen eSports
BrokenBlade und Upset stehen exemplarisch für zwei unterschiedliche Wege im professionellen League-of-Legends-eSports. Der eine überzeugt durch langfristige Konstanz in einem internationalen Topteam, der andere durch individuelle Klasse, die sich nicht immer in Turniererfolgen niederschlägt.
Für den deutschen eSports sind beide dennoch wichtige Figuren. Ihre Teilnahme an der WM 2025 zeigt, dass deutsche Spieler den Weg bis auf die größte Bühne schaffen können – auch wenn der Abstand zur absoluten Weltspitze weiterhin groß ist.
Mit mehr Sichtbarkeit, besserer Nachwuchsförderung und stabilen Teamstrukturen könnten Spieler wie BrokenBlade und Upset langfristig dazu beitragen, den deutschen League-of-Legends-eSports international stärker zu verankern.
04.01.2026, 07:53 Uhr Redaktion Sport-Finden.de