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Infantino denkt laut über neue Abseitsregel nach – Wenger-Idee wieder auf dem Tisch

„Wie können wir das Spiel offensiver und attraktiver machen?“ – mit dieser Leitfrage hat FIFA-Präsident Gianni Infantino in Dubai erneut eine Debatte angeheizt, die im Profifußball seit Jahren schwelt: die Abseitsregel. Der Weltverband schaut sich die Regeln nach eigenen Angaben fortlaufend an – und dabei steht auch ein alter Vorschlag von Arsène Wenger wieder im Fokus.

Gianni Infantino spricht über mögliche Regeländerungen im Fußball

Wenn Fußballfans über „Millimeter-Abseits“ schimpfen, ist das meist keine Übertreibung: In Zeiten von VAR und kalibrierten Linien entscheiden manchmal Zehenspitzen, Achseln oder Knie über Tor oder Abpfiff. Genau an diesem Punkt setzt eine Idee an, die FIFA seit längerem testen lässt – und die Infantino nun wieder öffentlich in den Raum stellt.

Wengers Vorschlag: Vorteil für den Angreifer – aber mit klarer Logik

Der Kern der sogenannten Wenger-Idee ist schnell erklärt: Ein Angreifer soll nicht im Abseits stehen, solange sich noch ein Körperteil, mit dem ein Tor erzielt werden darf, auf gleicher Höhe mit dem vorletzten Gegenspieler befindet. Anders gesagt: Nicht „ein Teil ist vorn“ wäre dann das Problem – sondern erst dann, wenn der Angreifer mit seinem gesamten relevanten Körper klar vor dem Verteidiger ist.

Infantino formulierte es sinngemäß so, dass es künftig vielleicht so sein könnte, dass der Stürmer vor dem Verteidiger sein müsse, um überhaupt im Abseits zu stehen. Das wäre eine deutliche Verschiebung weg von den knappen Entscheidungen, die derzeit regelmäßig für Diskussionen sorgen.

Warum die Debatte jetzt wieder Fahrt aufnimmt

Aus FIFA-Sicht ist die Motivation nachvollziehbar: Mehr Tore, mehr Offensivaktionen, weniger Abbrüche durch hauchdünne Abseitspositionen. Das klingt zunächst nach einem einfachen Gewinn für die Attraktivität des Spiels. Gleichzeitig ist klar: Eine solche Veränderung wäre kein Detail, sondern ein Eingriff in Taktik, Verteidigungsverhalten und Spielrhythmus.

Denn wenn die Abseitslinie „großzügiger“ wird, reagieren Trainer nicht nur mit mehr Risiko nach vorn – viele dürften auch tiefer verteidigen, um Raum hinter der Kette zu vermeiden. Heißt: Es könnte mehr Tore geben, aber ebenso neue Formen des Abwehrfußballs. Genau deshalb ist die Frage nicht, ob die Idee gut klingt, sondern wie sie in der Praxis wirkt.

IFAB als Schlüsselfaktor: Nächster Termin steht

Entscheidend ist am Ende nicht, was FIFA gut findet – sondern was die Regelhüter des International Football Association Board (IFAB) zulassen. Das nächste IFAB-Treffen findet am 20. Januar in London statt. Dort dürfte es vor allem darum gehen, wie weit die bisherigen Tests tatsächlich tragen und ob man den nächsten Schritt wagen will.

Noch ist offen, ob und wie schnell eine mögliche Reform kommen könnte. Klar ist aber: Wenn der FIFA-Präsident das Thema öffentlich wieder auflädt, passiert das selten ohne Absicht. Die Abseitsregel ist zurück auf der großen Bühne – und diesmal könnte sie dort länger bleiben.

31.12.2025, Redaktion Sport-Finden.de



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