„Kein Zweifel“: Frankfurt setzt trotz Patzer weiter auf Kaua Santos
Die Szene beim VfB Stuttgart war auffällig, folgenschwer und in einem engen Spiel ein echter Wendepunkt. Gerade bei Torhütern bleibt so etwas hängen – weil Fehler selten „klein“ sind und oft sofort auf der Anzeigetafel landen. Genau deshalb reagierte Frankfurt am Tag danach nicht mit Aktionismus, sondern mit einer klaren Linie.
Jan Zimmermann, Torwarttrainer der Eintracht, ließ in einer Medienrunde keinen Raum für Spekulationen: Für ihn stehe fest, dass Santos weiterhin spielen soll. Entscheidend sei nicht, ob ein Fehler passiert, sondern wie ein Keeper grundsätzlich performt – und ob das Gesamtpaket stimmt. In Frankfurt lautet die Antwort: ja.
Zimmermann wählte dafür einen Vergleich, der die Mechanik hinter solchen Debatten gut beschreibt: Junge Torhüter werden oft für mutige, moderne Lösungen gefeiert – bis der Moment kommt, in dem eine riskante Aktion schiefgeht. Dann kippt die öffentliche Wahrnehmung schnell. Als Beispiel verwies er auf Manuel Neuers frühe Jahre auf Schalke, in denen Lob und Kritik zeitweise eng beieinanderlagen, ohne dass der Klub die Richtung wechselte.
Genau diese Geduld fordert Zimmermann auch jetzt ein. Wer Entwicklung will, müsse sie auch aushalten können, wenn sie mal eine Delle bekommt. Santos sei jung, habe aber bereits gezeigt, dass er das Niveau mitbringt. Frankfurt will ihm diese Fehler zugestehen – und damit auch das Signal senden: Vertrauen gibt es nicht nur nach Glanzparaden, sondern gerade dann, wenn es unangenehm wird.
Für den Konkurrenzkampf bedeutet das: Michael Zetterer bleibt vorerst die Alternative, während Santos die Nummer eins bleibt. Die Eintracht setzt damit bewusst auf Kontinuität – in der Hoffnung, dass der Keeper aus dem Rückschlag schnell die richtige Energie zieht: Fokus, Einfachheit und ein sauberes nächstes Spiel.
14.01.2026, 16:04 Uhr – Redaktion Sport-Finden.de