Zurück in die Heimat: Erik ten Hag übernimmt ab Februar eine Schlüsselrolle bei Twente
Rund fünf Monate nach seinem kurzen, heftig diskutierten Intermezzo bei Bayer 04 Leverkusen hat Erik ten Hag einen neuen Job. Der 56-Jährige wechselt in die Eredivisie – nicht an die Seitenlinie, sondern in eine strategische Position. Twente setzt damit auf Erfahrung in Kaderplanung, Nachwuchsarbeit und Aufbauprozessen, die ten Hag über Jahre in verschiedenen Rollen gesammelt hat.
Übergang mit Streuer – ab Sommer in Alleinverantwortung
Ten Hag wird die Aufgabe zunächst nicht allein übernehmen. In der ersten Phase teilt er sich die Position mit Jan Streuer, der seinen Rückzug zum Saisonende bereits angekündigt hat. Spätestens zur neuen Spielzeit soll ten Hag dann die sportliche Ausrichtung in Alleinverantwortung steuern – und damit auch die Leitplanken für Kader, Nachwuchs und die technische Struktur des Klubs setzen.
Der Zeitpunkt ist dabei kein Zufall: Twente spielt eine Saison mit Höhen und Tiefen, und der Verein will die sportliche Linie klarer und nachhaltiger definieren. Genau dort soll ten Hag ansetzen – weniger mit kurzfristigen Impulsen, mehr mit einem stabilen Fundament.
Twente als Heimat, nicht als Zwischenstation
Für ten Hag ist die Rückkehr emotional aufgeladen. Er stammt aus Haaksbergen in der Region Twente, war als Kind Fan im Het Diekman-Stadion und hat für den Klub als Spieler über Jahre einen großen Teil seiner Laufbahn geprägt. In seiner aktiven Karriere absolvierte er mehr als 200 Pflichtspiele für Twente und gewann 2001 den Pokal.
Auch als Trainer begann in Enschede ein wichtiger Abschnitt: erst im Nachwuchs, später als Co-Trainer – bevor er den Schritt zum Cheftrainer machte und sich in den Folgejahren einen Ruf als Entwickler von Teams erarbeitete.
Nach Leverkusen-Trennung nun Fokus auf Aufbauarbeit
Das Kapitel Leverkusen bleibt dabei ein auffälliger Kontrast. Ten Hag hatte im vergangenen Sommer nur wenige Wochen bei Bayer gearbeitet und musste nach drei Pflichtspielen gehen. Die Trennung wurde damals mit grundlegenden Differenzen über sportliche Ausrichtung, Arbeitsweise und Zusammenarbeit begründet. Ten Hag selbst hatte die Vorgänge später ungewöhnlich scharf kommentiert.
In Enschede wartet nun ein anderes Profil: weniger Tagesgeschäft an der Linie, mehr Verantwortung für Strukturen. Und genau diese Art von Arbeit passt zu einem Klub, der sich als regionales Aushängeschild versteht, aber sportlich wieder mehr Klarheit braucht.
07.01.2026, 08:08 Uhr · Redaktion Sport-Finden.de