eSports olympisch – Ist das denkbar?
Die Vorstellung von eSports bei Olympia wirkt für viele noch ungewohnt. Doch wer genauer hinschaut, erkennt schnell Parallelen zu klassischen Disziplinen: internationale Wettkämpfe, klare Regeln, messbare Leistungen – und Athleten, die ihren Sport nicht nebenbei betreiben, sondern ihr Leben danach ausrichten.
Hochleistung statt Hobby – der Alltag der Profis
Professionelle eSports-Spieler trainieren längst nicht mehr nur abends ein paar Stunden. Top-Teams absolvieren tägliche Trainingspläne, analysieren Gegner, üben Spielsituationen und arbeiten mit Coaches, Analysten und Mentaltrainern. Trainingszeiten von acht bis zwölf Stunden am Tag sind keine Ausnahme.
Disziplin, Belastbarkeit und Konzentrationsfähigkeit entscheiden über Erfolg oder Misserfolg – ähnlich wie in klassischen olympischen Sportarten. Der körperliche Aspekt ist anders gelagert, der Leistungsdruck jedoch vergleichbar.
League of Legends als olympischer Kandidat
Gerade Spiele wie League of Legends zeigen, wie gut eSports für ein Turnierformat geeignet sein können. Der Modus ist klar strukturiert, Spiele bauen Spannung über mehrere Phasen auf, Zwischenerfolge sind sichtbar und Matches kulminieren in entscheidenden Momenten.
Für Zuschauer ist das häufig leichter zugänglich als viele olympische Disziplinen, deren Regeln oder Wertungssysteme erst erklärt werden müssen. Live-Übertragungen erreichen weltweit Millionen Menschen – ein Publikum, das Olympia dringend ansprechen möchte.
Ein Milliardenmarkt als Argument
Auch wirtschaftlich spricht vieles für eSports. Sponsoren, Medienrechte, Merchandise und digitale Plattformen sorgen für enorme Umsätze. Große Turniere werden global vermarktet, Spieler sind Markenbotschafter, Teams international aufgestellt.
Ein olympischer Wettbewerb würde nicht nur neue Zielgruppen erschließen, sondern auch finanziell enormes Potenzial bieten – insbesondere mit etablierten Titeln wie League of Legends.
Asien dominiert – Deutschland mit kleiner, aber realer Szene
In Asien ist eSports längst gesellschaftlich verankert. Staaten wie Südkorea oder China fördern Talente systematisch, Arenen sind gefüllt, Stars landesweit bekannt. Entsprechend groß wäre dort die Unterstützung für eine olympische Aufnahme.
Deutschland spielt sportlich eine kleinere Rolle, ist aber keineswegs außen vor. Es gibt professionelle Teams, Strukturen und Spieler, die international bereits Spuren hinterlassen haben. Einer der bekanntesten Namen ist Candy Panda, der als Teil europäischer Top-Teams bei Weltmeisterschaften große Popularität erlangte und zeigte, dass deutsche Spieler auf höchstem Niveau bestehen können.
Welche Spiele kämen infrage?
Ein olympischer eSports müsste klar reguliert sein. Gewaltbetonte, realistische Shooter dürften es schwer haben. Fantasiebetonte Teamspiele mit taktischem Fokus gelten als deutlich kompatibler – League of Legends wird deshalb häufig als realistischer Kandidat genannt.
Fazit: Die Voraussetzungen sind vorhanden
eSports ist sportlich, organisatorisch und wirtschaftlich längst auf einem Niveau, das eine olympische Diskussion rechtfertigt. Spiele wie League of Legends bieten Spannung, Struktur und weltweite Akzeptanz – oft mit höherer Zuschauerbindung als manche traditionelle Disziplin.
Ob und wann der Schritt erfolgt, bleibt offen. Doch die entscheidende Frage lautet nicht mehr, ob eSports olympisch sein kann – sondern ob Olympia bereit ist, sich weiterzuentwickeln.
03.01.2026, 10:18 Uhr – Redaktion Sport-Finden.de