Erste Bundesligapartie abgesagt: St. Pauli – Leipzig findet nicht statt
Das ist ein echter Einschnitt, weil Spielabsagen in der Bundesliga durch Rasenheizungen inzwischen selten geworden sind. Diesmal geht es aber nicht primär um einen unbespielbaren Rasen, sondern um das Gesamtpaket: sichere Wege, sichere Tribünen, sichere Stadioninfrastruktur – und genau da war laut St. Pauli die Grenze erreicht.
Der Verein teilte am Freitag mit, dass die sichere Durchführung „unter Einhaltung aller Betriebsvorschriften“ nicht gewährleistet sei. Entsprechend wurde das Millerntorstadion in Abstimmung mit der Stadionbetriebsgesellschaft für die Partie gesperrt.
Helfer im Dauereinsatz – Dachflächen bleiben der Knackpunkt
Nach Angaben des Klubs wurde in den vergangenen Tagen immer wieder geräumt: Spielfeld, Tribünenbereiche und Verkehrsflächen wurden mit vielen Helfern von Schnee und Eis befreit. Entscheidend waren am Ende aber die schwer kontrollierbaren Bereiche – insbesondere die Dachflächen, bei denen das Risiko durch Schnee- und Eislast nicht seriös wegzudiskutieren ist.
Wetterlage bleibt angespannt – Anreise als zusätzlicher Risikofaktor
Dazu kommt: Die Wetterwarnungen für Norddeutschland waren und sind heftig. Der Deutsche Wetterdienst rechnet regional mit starkem Schneefall, Verwehungen und gefährlicher Glätte – genau das trifft nicht nur das Stadionumfeld, sondern vor allem die An- und Abreise der Fans.
Auch die Deutsche Bahn hatte witterungsbedingt über Einschränkungen im Fernverkehr informiert – und damit wird klar, warum solche Entscheidungen heute oft „verkehrs- und sicherheitsgetrieben“ sind: Selbst wenn ein Platz irgendwie bespielbar wäre, muss eine Großveranstaltung drumherum funktionieren.
Wie geht es weiter?
Wann das Spiel nachgeholt wird, war zunächst offen. Ob weitere Partien am Wochenende betroffen sind, hängt stark davon ab, wie sich Schneefall, Wind und Glätte in den jeweiligen Regionen entwickeln. Gerade im Norden bleibt die Lage empfindlich, weil Verwehungen und Minusgrade die Räumarbeiten schnell wieder zunichtemachen können.
Unterm Strich ist diese Absage weniger „Fußball-Drama“ als eine nüchterne Sicherheitsentscheidung – und genau so muss man sie auch bewerten. Lieber ein geordnetes Nachholspiel als ein Chaos-Tag, bei dem am Ende die falschen Leute das Risiko tragen.
09.01.2026, 14:09 Uhr · Redaktion Sport-Finden.de