Bayerns Doppelschlag reicht: 2:0 gegen Leipzig – Halbfinale komplett
Wer sich auf ein wildes Schlagabtausch-Spiel eingestellt hatte, bekam zunächst das Gegenteil: Bayern und Leipzig schoben sich über weite Strecken wie zwei Mannschaften, die genau wissen, was der andere kann – und was man ihm lieber nicht anbietet. RB verteidigte tief, hielt die Räume eng und nahm den Münchnern viele automatische Abläufe. Bayern hatte mehr Ball, aber kaum die eine klare Schneise.
Leipzig startet frech – VAR nimmt RB die frühe Führung
Leipzig kam trotzdem mutig rein und jubelte früh: Christoph Baumgartner traf nach wenigen Minuten – doch die Szene wurde nach VAR-Check kassiert, weil bei der Entstehung eine knappe Abseitsposition vorlag. Das Tor war weg, die Botschaft aber blieb: RB war nicht gekommen, um nur zu überleben.
Bayern brauchte eine Weile, um mehr Druck aufzubauen. Kane hatte eine dicke Gelegenheit, Vandevoordt stand im Weg, später parierte der Leipziger Keeper auch einen Versuch von Pavlovic. Zwischendrin: ein Notarzteinsatz auf der Südtribüne, der die Atmosphäre sichtbar dämpfte – es wurde still im Stadion, die Partie lief weiter.
Nach der Pause kippt die Statik – und dann fällt die Entscheidung
Nach dem Seitenwechsel wirkte Bayern griffiger, Leipzig dagegen verlor Schritt für Schritt den Zugriff in den Zonen, in denen es vorher so diszipliniert war. RB kam offensiv kaum noch in gefährliche Räume, während Bayern häufiger in den Strafraum eindrang. Der Knackpunkt folgte in Minute 62: Stanisic legt sich den Ball im Strafraum an Vandevoordt vorbei, der Keeper zögert, rutscht – und trifft ihn. Elfmeter.
Kane machte das, was Kane in solchen Momenten fast immer macht: Ruhe ausstrahlen, Keeper ausgucken, einschieben – 1:0 (64.). Leipzig hatte kaum Zeit, den Treffer zu verdauen, da setzte Bayern nach. Olise schickte Luis Diaz steil, der an Orban vorbeizog, den Ball an Vandevoordt vorbei legte – 2:0 (67.). Ein Doppelschlag, der dieses Viertelfinale endgültig in Bayerns Richtung zog.
RB findet keine Antwort – Bayern verwaltet souverän
Leipzig versuchte zwar, noch einmal Tempo aufzunehmen, doch echte Torgefahr blieb nach der Pause praktisch aus. Bayern verteidigte konzentriert, ließ wenig zu und hatte sogar noch Möglichkeiten, das Ergebnis weiter auszubauen. Am Ende stand ein verdienter Sieg, der weniger von Dauer-Dominanz lebte, sondern von Genauigkeit im richtigen Zeitfenster.
Mit dem Erfolg komplettiert Bayern das Halbfinale: Zuvor hatten sich bereits Bayer Leverkusen, der VfB Stuttgart und der SC Freiburg für die Runde der letzten Vier qualifiziert. Für die Münchner ist es der erste Halbfinal-Einzug im DFB-Pokal seit 2020 – und damit genau das, was der Klub im eigenen Anspruch als Pflichtprogramm bezeichnet.
12.02.2026, 04:45 Uhr – Redaktion Sport-Finden.de