Nagelsmanns WM-Kader steht: Mutige Entscheidungen und einige Überraschungen
Der DFB machte aus der Kaderbekanntgabe fast schon ein kleines Event. Im Halbstundentakt wurden Namen veröffentlicht, ehe Bundestrainer Julian Nagelsmann am Mittag den kompletten 26-Mann-Kader präsentierte. Und der zeigt ziemlich klar, welche Richtung Deutschland bei diesem Turnier einschlagen will.
Auffällig ist die Mischung aus Erfahrung, Formspielern und einigen bewusst mutigen Entscheidungen. Nagelsmann setzt nicht einfach auf große Namen, sondern auf Spieler, die in sein System passen.
Tor: Erfahrung trifft Gegenwart
Im Tor gibt es keine große Überraschung. Alexander Nübel, Manuel Neuer und Oliver Baumann bilden das Trio. Die spannendste Frage lautet hier weniger, wer dabei ist – sondern wer wirklich als Nummer eins ins Turnier startet.
Nübel hat sportlich zuletzt starke Argumente gesammelt. Neuer bringt dagegen eine Aura und Turniererfahrung mit, die man kaum in Zahlen messen kann.
Abwehr: Robust, flexibel, international erfahren
Mit Schlotterbeck, Rüdiger, Tah, Thiaw und Anton ist das Zentrum physisch stark besetzt. Gerade Nico Schlotterbeck dürfte als defensiver Schlüsselspieler ins Turnier gehen.
Malick Thiaw gehört zu den interessanteren Personalien. International gereift, körperlich dominant und mit gutem Aufbauspiel ausgestattet, könnte er ein echter Gewinner dieses Turniers werden.
Außen setzt Nagelsmann auf Joshua Kimmich, David Raum und Nathan Brown – also eine Mischung aus Erfahrung und Dynamik.
Mittelfeld: Hier steckt Deutschlands kreative Hoffnung
Mit Jamal Musiala, Florian Wirtz und Aleksandar Pavlovic besitzt Deutschland enorme spielerische Qualität im Zentrum. Dazu kommen Woltemade, Stiller und Groß als flexible Optionen.
Die größte Überraschung dürfte Nadiem Amiri sein. Nach seiner Verletzung kämpfte er sich stark zurück und spielte eine herausragende Saison. Seine Nominierung wirkt mutig – aber absolut verdient.
Auch Felix Nmecha und Jamie Leweling zeigen, dass Nagelsmann auf Dynamik, Pressingfähigkeit und taktische Vielseitigkeit setzt.
Angriff: Viel Qualität, aber auch offene Fragen
Mit Havertz, Sané, Undav, Gnabry und Amiri hat Deutschland offensive Qualität. Die große Frage wird sein, wer im entscheidenden Moment konstant liefert.
Musiala und Wirtz könnten ohnehin die Gesichter dieses Turniers werden. Wenn beide ihre Form auf den Platz bringen, ist Deutschland offensiv extrem schwer zu verteidigen.
Unsere Einschätzung
Dieser Kader wirkt moderner als manche deutsche Turnierauswahl der Vergangenheit. Weniger Nostalgie, mehr aktuelle Form, mehr Flexibilität.
Die spannende Frage lautet nun nicht mehr, wer nominiert wurde – sondern ob Nagelsmann daraus in wenigen Wochen eine echte Turniermannschaft formen kann.
Der komplette deutsche WM-Kader 2026
Torhüter:
Alexander Nübel
Manuel Neuer
Oliver Baumann
Abwehr:
Nico Schlotterbeck
Malick Thiaw
Joshua Kimmich
Nathan Brown
Jonathan Tah
David Raum
Waldemar Anton
Antonio Rüdiger
Mittelfeld / Angriff:
Jamal Musiala
Florian Wirtz
Aleksandar Pavlovic
Nick Woltemade
Lennart Karl
Kai Havertz
Felix Nmecha
Angelo Stiller
Jamie Leweling
Karim Adeyemi
Leroy Sané
Deniz Undav
Nadiem Amiri
Leon Goretzka
Pascal Groß
25.05.2026, 13:13 – Redaktion Sport-Finden.de