Deutschland gewinnt EM-Test gegen Kroatien 32:29 – starke Abwehr, starke Nerven
15.200 Zuschauer, viele Führungswechsel und ein Gegner, gegen den es zuletzt öfter weh tat: Genau deshalb ist dieser Sieg mehr als nur ein Testspiel-Erfolg. Das Team von Bundestrainer Alfred Gislason blieb ruhig, als Kroatien Druck machte – und hatte am Ende die klareren Entscheidungen.
Golla, Knorr und Uscins geben den Ton an
Kapitän Johannes Golla, Spielmacher Juri Knorr und Renars Uscins waren mit jeweils fünf Treffern die besten deutschen Werfer. Dahinter passte das Gesamtbild: Deutschland wirkte im Angriff phasenweise variabel und blieb in den wichtigen Momenten konsequent – besonders dann, wenn die Partie zu kippen drohte.
Den Grundstein legte eine robuste Defensive vor Torhüter David Späth. Späth stand zunächst für Andreas Wolff zwischen den Pfosten, bekam früh einige Bälle zu fassen und gab der Mannschaft Stabilität.
Starke Phase vor der Pause – Kroatien trifft nicht mehr
Deutschland erwischte den besseren Start und ging beim 4:2 (7.) durch Julian Köster erstmals mit zwei Toren in Front – auch weil Golla zunächst eiskalt blieb. Danach wurde es zäh: Technische Fehler und Fehlwürfe brachten Kroatien in die Spur, die Gastgeber drehten die Partie zwischenzeitlich auf 11:9 (18.).
Entscheidend: Das DHB-Team überstand diese Phase, zog die Intensität in der Abwehr an und drehte das Spiel erneut. Nach dem 12:14 (22.) gelang Kroatien bis zur Pause kein Treffer mehr – Deutschland dagegen schloss den ersten Durchgang mit einem 5:0-Lauf ab. Marko Grgic setzte kurz vor der Sirene per Siebenmeter das Ausrufezeichen zur ersten Drei-Tore-Führung.
Wackler nach der Pause – und dann wieder Kontrolle
Den Wiederbeginn verschlief Deutschland, beim 18:18 (35.) war alles wieder offen. Doch genau hier zeigte sich die Reife, die Gislason im Vorfeld eingefordert hatte: Knorr übernahm Verantwortung, traf zweimal in Folge und gab dem Rückraum mit seiner Dynamik neue Richtung. Auch Grgic und Miro Schluroff blieben effizient.
Kroatien hielt dagegen, Torhüter Dino Slavic kam besser ins Spiel, zudem fehlte mit Domagoj Duvnjak eine prägende Figur – doch in der Crunchtime hatte Deutschland die besseren Nerven und setzte sich wieder ab.
Generalprobe am Sonntag – EM startet eine Woche später
Am Sonntag (18:05 Uhr/ARD) kommt es in Hannover im Rahmen der Generalprobe zum direkten Wiedersehen. Danach wird es ernst: Bei der EM trifft Deutschland in der Vorrundengruppe A auf Österreich (15. Januar), Serbien (17. Januar) und Spanien (19. Januar), jeweils um 20:30 Uhr.
09.01.2026, 10:20 Uhr · Redaktion Sport-Finden.de