Dimarco schockt Dortmund: Inter entscheidet ein zähes Spiel mit späten Nadelstichen
Es war ein Abend, an dem viel von Taktik und Disziplin lebte – und am Ende von einem Moment, der alles auf den Kopf stellte. Borussia Dortmund begann nach dem jüngsten Auftritt in Berlin mit zwei personellen Umstellungen, musste aber vor allem eines suchen: Ideen, wie man die robuste Inter-Defensive wirklich auseinanderziehen kann. Genau da lag das Problem des BVB über 90 Minuten.
Guirassy frei durch – Dortmund lässt den frühen Stich liegen
Nach einer zunächst abwartenden Anfangsphase öffnete sich das Spiel um die Zehn-Minuten-Marke. Dortmund bekam die große Chance, gleich ein Ausrufezeichen zu setzen: Serhou Guirassy stand plötzlich völlig frei vor Yann Sommer, erwischte den Ball jedoch nicht sauber. Es war diese Szene, die im Rückblick wie eine verpasste Abzweigung wirkt – denn danach blieb es lange Zeit bei Ansätzen statt Abschlüssen.
Inter zeigte sich im Gegenzug gefährlich, ohne ein Feuerwerk zu zünden. Dimarco prüfte Gregor Kobel aus der Distanz, Bisseck hatte nach einer Aktion im Strafraum sogar eine kleine Doppelchance. Doch auch die Italiener fanden danach nicht dauerhaft in den Strafraum, weil Dortmund im Zentrum ordentlich arbeitete und vieles wegverteidigte.
Viel Aufwand, wenig Ertrag: BVB findet keine Schneise
Was dem Spiel in der Folge fehlte, war klare Torgefahr. Dortmund war bemüht, ließ den Ball laufen, suchte die Halbräume – doch sobald Inter seine Kompaktheit hergestellt hatte, wurde es eng. Die letzten Pässe kamen nicht durch, Flanken hatten zu wenig Qualität und in der Box fehlte die Wucht. Inter wiederum lauerte auf Umschaltmomente, blieb dabei aber bis zur Pause ebenfalls ohne zwingende Abschlüsse. Torlos ging es in die Kabine – passend zum Spielbild.
Inter wechselt, Inter wird mutiger – und trifft eiskalt
Nach dem Seitenwechsel erhöhte Dortmund den Druck phasenweise, doch weiterhin fehlte in Tornähe die Präzision. Es war bemerkenswert, wie selten der BVB wirklich in Abschlusshaltung kam. Inter wartete – und gewann mit einem Wechsel plötzlich an Schärfe. Mit Pio Esposito als frischer Option im Angriff wurde das Spiel der Gäste direkter.
Esposito tauchte frei vor Kobel auf, doch Dortmund rettete mit letztem Einsatz. Auch Frattesi scheiterte später am BVB-Keeper. In dieser Phase merkte man: Inter hatte den Moment erkannt, an dem Dortmund kurz den Zugriff verlor – und setzte nach.
Dimarcos Traum-Freistoß entscheidet – Diouf setzt den Schlusspunkt
Die Vorentscheidung fiel in der 81. Minute – und sie fiel spektakulär. Federico Dimarco nahm sich einen direkten Freistoß aus rund 18 Metern und zirkelte den Ball unhaltbar ins rechte Toreck. Kobel war noch in der Luft, aber ohne Chance. Für Dortmund war es der Tiefschlag in einem Spiel, in dem man sich zwar ordentlich präsentiert hatte, aber nie wirklich gefährlich genug war.
Als der BVB in der Schlussphase alles nach vorne warf, blieb Inter kühl. In der Nachspielzeit sorgte Joker Diouf schließlich für den 2:0-Endstand. Dortmund musste akzeptieren, dass ein Spiel auf Augenhöhe am Ende von Effizienz und einem einzigen herausragenden Standard entschieden werden kann.
29.01.2026, 06:07 Uhr – Redaktion Sport-Finden.de