Sieben Tore gegen Union: Bayern dreht nach zähem Beginn mächtig auf
Knapp 20 Minuten lang durfte Union Berlin darauf hoffen, dem FC Bayern mit einer tief stehenden Defensive die Freude an diesem Abend zu nehmen. Dann fand München die erste entscheidende Lücke – und aus einem bis dahin kontrollierten, aber keineswegs spektakulären Auftritt entwickelte sich eine einseitige Angelegenheit.
Jamal Musiala brach in der 18. Minute den Bann. Alphonso Davies legte von der linken Seite zurück, Musiala bekam Raum und traf mit einem wuchtigen Abschluss zum 1:0. Für Union war es der Anfang eines Abends, an dem die eigene defensive Ordnung mit zunehmender Spielzeit immer stärker auseinanderfiel.
Kane erreicht besondere Marke
Die nächste Schlüsselszene folgte kurz vor der Pause. Michael Olise setzte sich im Berliner Strafraum durch und wurde zu Fall gebracht. Harry Kane übernahm den fälligen Elfmeter und verwandelte in der 39. Minute zum 2:0. Für den Engländer war es ein besonderer Treffer: Kane erreichte damit die Marke von 100 Toren in der Bundesliga.
Noch vor dem Seitenwechsel sorgte Olise selbst dafür, dass an der Richtung des Spiels kaum noch Zweifel bestanden. Nach einer Ablage von Musiala nutzte der Franzose den freien Raum und traf in der 43. Minute zum 3:0. Aus einer Partie, die Union zunächst fast 20 Minuten lang eng gehalten hatte, war innerhalb einer knappen halben Stunde eine klare Münchner Führung geworden.
Olise übernimmt nach der Pause
Auch nach dem Seitenwechsel nahmen die Bayern den Fuß nicht vom Gas. Zwar hatte Union kurzzeitig die Möglichkeit zum Anschlusstreffer, doch Manuel Neuer verhinderte gegen Janik Haberer das 1:3. Wenig später schlug München auf der anderen Seite erneut zu.
Olise bereitete in der 54. Minute mit einer präzisen Flanke Kanes zweiten Treffer vor. Der Mittelstürmer köpfte zum 4:0 ein und machte damit endgültig klar, dass es für die Berliner an diesem Abend nur noch um die Höhe der Niederlage gehen würde.
Nach mehreren Wechseln setzte auch Ismael Saibari ein Ausrufezeichen. Der eingewechselte Mittelfeldspieler ließ auf dem Weg in den Strafraum mehrere Gegenspieler stehen und erhöhte in der 70. Minute auf 5:0.
Dreierpack innerhalb von 33 Minuten
Die Schlussphase gehörte endgültig Michael Olise. In der 73. Minute verwertete er einen langen Ball von Tom Bischof, umkurvte Torhüter Frederik Rönnow und traf zum 6:0. Nur drei Minuten später folgte der nächste Treffer: Wieder war Bischof beteiligt, diesmal mit einer Hackenablage, ehe Olise den Ball zum 7:0 ins Eck setzte.
Damit beendete der Franzose die Partie mit drei eigenen Toren und zwei Vorlagen. Kein anderer Spieler prägte das Münchner Offensivspiel an diesem Abend stärker.
Union verliert nach dem Rückstand völlig den Zugriff
Für die Berliner dürfte vor allem die Art der Niederlage schmerzen. Der defensive Plan funktionierte zu Beginn durchaus. Bayern hatte viel Ballbesitz, fand aber zunächst kaum klare Abschlüsse. Nach Musialas Führung änderte sich das Bild jedoch grundlegend. Die Abstände wurden größer, Zweikämpfe gingen verloren und besonders nach der Pause fand Union kaum noch Mittel gegen das Tempo und die Kombinationen der Gastgeber.
Bayern dagegen nutzte die wachsenden Räume konsequent und spielte auch nach klarer Führung weiter nach vorne. Das 7:0 war deshalb nicht das Ergebnis eines frühen Sturmlaufs, sondern einer Partie, die nach und nach vollständig in Richtung der Münchner kippte. Am Ende stand ein Torfestival, bei dem neben Olises Dreierpack vor allem Kanes Jubiläumstreffer in Erinnerung bleibt.
19.09.2026, 13:00 Uhr, Redaktion Sport-Finden.de