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Vom Vizemeister zum Abstiegskandidaten: Schalke 04 in der Krise

Die Fans des FC Schalke 04 haben innerhalb der letzten zwölf Monate eine Achterbahnfahrt der Gefühle durchlebt. Während sich Königsblau in der vergangenen Saison für viele überraschend die Vizemeisterschaft sicherte und die Anhänger von S04 von glorreichen Zeiten träumen ließ, kehrte in der laufenden Saison schnell Ernüchterung ein. Denn mit nur 23 Punkten nach 26 Spielen steht Schalke 04 nicht nur auf einem enttäuschenden 15. Tabellenplatz, sondern liegt außerdem nur spärliche drei Punkte vor dem Relegationsplatz. Folgt nach dem hohen Flug also der tiefe Fall oder kommen die Knappen noch einmal mit einem blauen Auge davon?

Das Expertenteam von MySportwetten.de wirft einen Blick auf die aktuelle Lage von S04 und wagt einen Ausblick auf den restlichen Saisonverlauf.

Von schmerzhaften Abgängen und fehlenden Verstärkungen

In Fan-Kreisen galt der damalige Sportdirektor Horst Heldt als Hauptschuldiger für die unglückliche Transferpolitik: Schmerzhaften Abgängen von Schlüsselspielern standen ausbleibende Verstärkungen der Mannschaft gegenüber. Entsprechend groß war die Freude vieler Anhänger als Horst Heldt nach fünf Jahren im Amt seinen Abschied zum Ende der Saison 2015/16 bekannt gab. Mit Nachfolger Christian Heidel präsentierten die Knappen zudem einen erfahrenen Manager, der bei seinem vorherigen Club Mainz 05 trotz geringer finanzieller Möglichkeiten mit großartigen Transfers für Schlagzeilen sorgte – die Hoffnungen der Fans waren entsprechend groß.

Doch die großen Hoffnungen dürften sich mittlerweile in Luft aufgelöst haben. Denn während Hoffnungs- und Leistungsträger wie Leroy Sané oder Thilo Kehrer auch unter Heidel nicht langfristig von einem Verbleib auf Schalke überzeugt werden konnten, sorgt ein Blick auf die bisherigen Neuverpflichtungen ebenfalls für Ernüchterung. So verpasste beispielsweise Breel Embolo, der 2016 für 26,50 Mio. € vom FC Basel kam und als riesen Sturmtalent galt, aufgrund zahlreicher langwieriger Verletzungen einen Großteil aller Pflichtspiele und stand während seiner ersten drei Jahren auf Schalke in nur 52 Pflichtspielen auf dem Platz. Doch auch abseits des Verletzungspechs konnten die von Heidel präsentierten Neuzugänge bislang kaum überzeugen. Teure Transfers wie Konopljanka (12,50 Mio. €), Mascarell (10 Mio.€) und Rudy (16 Mio. €) stellen bislang nicht die erhoffte Verstärkung dar und enttäuschten stattdessen weitestgehend. Lediglich Nabil Bentaleb und Salif Sané zählen zu den positiven Erscheinungen, die sich langfristig in die Startelf ihres Teams spielen konnten.

Dem Verletzungspech treu

Neben der mangelhaften Transferpolitik plagt die Schalker zudem das Verletzungspech, was sich insbesondere in der Offensive bemerkbar macht. Neben Embolo, der beinahe die komplette Saison aufgrund eines Fußbruchs verpasste und erst seit kurzem wieder zur Mannschaft gestoßen ist, fällt Stürmer Guido Burgstaller nach einer überstandenen Verletzung erneut für lange Zeit aus und schwächte die harmlose Schalker Offensive somit zusätzlich. Mit den derzeit verletzten Mascarell, Caliguiri, Schöpf, Harit und dem zuletzt angeschlagenen Bentaleb sind die Verletzungssorgen somit akut und schränken die taktischen Möglichkeiten der Schalker im Saisonfinale weiter ein.

Trotz der angespannten Personalpolitik verzichtete Heidel im Winter auf weitere Verpflichtungen und gab stattdessen ohne Not gleich mehrere Spieler ab. Neben Naldo, der in der vergangenen Saison noch als absoluter Leistungsträger galt, verließen zum Winter auch Stürmer Di Santo, Mittelfeldspieler Geis und Außenverteidiger Baba den FC Schalke, während hochkarätige Neuverpflichtungen ausblieben. Die Hoffnungen im Abstiegskampf wurden somit auf die bestehenden Kräfte gesetzt – eine Transferpolitik, die sich als Fehler herausstellte. Nachdem auch in der Rückrunde der sportliche Erfolg ausblieb zog Manager Christian Heidel zuletzt die Reißleine und verkündete seinen sofortigen Abschied von S04. Für die Spieler gilt es somit, das Beste aus der derzeitigen Situation herauszuholen und das sinkende Schiff vor dem Untergang zu bewahren.

S04 im Formtief

Bereits der Saisonstart deutete auf ein schwieriges Jahr hin: Gleich fünf Niederlagen hagelte es für S04 zu Beginn der aktuellen Spielzeit. Doch auch im weiteren Saisonverlauf enttäuschte die Mannschaft aus Gelsenkirchen bislang auf ganzer Linie. So enthüllt ein Blick auf die Ergebnisse der letzten Wochen die aktuell katastrophale Form, in der sich die Knappen derzeit befinden.

So konnte Königsblau im neuen Jahr erst ein einziges Liga-Spiel gewinnen und wartet somit seit acht Bundesliga-Partien auf einen Sieg. Zwar zeigte sich die Mannschaft in einzelnen Spielen verbessert, doch sprechen die letzten Resultate eine klare Sprache: Einer 3:0-Auswärtsniederlage in Mainz folgte ein 0:4 im eigenen Stadion gegen Fortuna Düsseldorf sowie zuletzt eine 0:7-Niederlage im Auswärtsspiel gegen Manchester City. Das Debakel in Manchester gab schließlich den Ausschlag, um die Verantwortlichen zu einer Trennung von dem im letzten Jahr hochgelobten Trainer Domenico Tedesco zu bewegen. Der neue Sportvorstand Schneider sah unter Tedesco keine Möglichkeit, eine Trendwende einzuleiten und entschied sich daher trotz der großen Beliebtheit des jungen Trainers für eine Entlassung.

Ein neuer Trainer steht auch schon bereit: Mit Huub Stevens kommt ein alter Bekannter nach Gelsenkirchen. Bereits zum dritten Mal übernimmt der Niederländer die Königsblauen und soll diese vor dem Abstieg bewahren.

Was ist noch drin?

Der FC Schalke 04 durchlebt derzeit eine Horrorsaison und wird darauf hoffen, diese halbwegs unbeschadet zu überstehen. Die Ergebnisse der letzten Wochen dürften dabei generell wenig Mut machen. Dennoch steht mit Stevens ein Trainer bereit, der die Schalker wie kein zweiter kennt.

Zwar ging auch das erste Spiel unter dem neuen Trainer verloren, jedoch zeigten die Knappen eine ansprechende Leistung und verloren gegen das formstarke Leipzig unglücklich – eine Leistung die Hoffnung macht. Mit Hannover 96, dem 1. FC Nürnberg, dem FC Augsburg und dem VFB Stuttgart stehen zudem noch Duelle mit den direkten Konkurrenten im Abstiegskampf an, sodass die Schalker ihr Schicksal selbst in der Hand haben. Auch die allgemeine Kaderqualität spricht für die Knappen. Doch wie stehen die Chancen von Königsblau im Abstiegskampf?

Ein Blick auf die Quoten der Wettanbieter bietet hier oftmals einen guten Anhaltspunkt, um eine Prognose über den restlichen Saisonverlauf zu wagen. Die Buchmacher beschäftigen neben Fußballexperten eine Vielzahl Statistiker, die anhand vorliegender Zahlen und Ergebnisse die Wettquoten der Anbieter berechnen. Somit spiegeln sich die Annahmen der Wettanbieter direkt in deren Wettquoten wider. Während wahrscheinliche Ereignisse zu einer niedrigen Wettquote führen, wird eine Wette auf ein unwahrscheinliches Ereignis mit einer hohen Quote belohnt. Doch wie stehen die Quoten der Schalker?

Der Wettanbieter Bet-at-home erwartet für den Abstiegskampf ein königsblaues Happy End. So sieht der Buchmacher den 1. FC Nürnberg mit einer Quote von nur 1,05 als sicheren Kandidaten für den direkten Abstieg in die zweite Bundesliga. Auch Hannover 96 darf sich nach den Berechnungen des Wettanbieters mit einer Quote von 1,07 nur noch marginale Hoffnungen auf einen Ligaverbleib machen. Der VFB Stuttgart ist mit einer Quote von 2,50 ebenfalls stark gefährdet und dürfte bis zum letzten Spieltag um den Klassenerhalt zittern. Der FC Schalke 04 gehört nach den Berechnungen von Bet-at-home zwar zu den gefährdeten Mannschaften, darf sich mit einer Quote von 9,00 jedoch große Hoffnungen auf ein weiteres Jahr in der ersten Bundesliga machen. Auch der FC Augsburg gehört mit einer Quote von 17,00 zum erweiterten Kreis der Abstiegskandidaten.

Während die Schalker Anhänger das schnelle und hoffentlich versöhnliche Saisonende herbeisehnen dürften, freuen sich alle neutralen Zuschauer über große Spannung im Abstiegskampf sowie im Rennen um die Meisterschaft. Einem großartigen Saisonfinale steht somit nichts mehr im Wege.



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